Unternehmen brauchen mehr Platz : Büroräume werden in Berlin immer knapper und teurer

Laut Marktreport für Büroflächen wurde das gute Vorjahresergebnis 2012 noch übertroffen.

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Wer in schlechten Zeiten zusammen rückte, sucht jetzt größere Flächen.
Wer in schlechten Zeiten zusammen rückte, sucht jetzt größere Flächen.Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Berlins Bauwirtschaft boomt. Der Wohnungsbau ist – vor allem im hochpreisigen Segment – längst in Fahrt. Nach Angaben des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg sind die Umsätze im Berliner Baugewerbe im Vorjahresvergleich um rund 30 Prozent gestiegen. Doch frei auf dem Markt verfügbare Büroräume werden immer rarer: Die Preise steigen rasant. Der Büromarkt in der Hauptstadt hat 2012 mit einem Flächenumsatz von 580 000 Quadratmeter das gute Vorjahresergebnis noch übertroffen. Am Hackeschen Markt stiegen die Mieten im vergangenen Jahr am stärksten – von 12 Euro auf 17,50 Euro pro Quadratmeter. Dies geht aus dem Büroflächen Marktreport 2012/2013 Berlin von Engel & Völkers Commercial hervor, der dieser Zeitung vorliegt.

„2012 war ein gutes Jahr, es gab nur zwei wirtschaftlich stärkere Jahre in Berlin: 2006 und 2007“, bilanziert Nicolas Jeissing, Geschäftsführer bei Engel & Völkers Commercial Berlin. „Berlin hat es geschafft, ein solches Wirtschaftswachstum zu generieren, dass die Hauptstadt vom Underperformer zum Outperformer geworden ist“, sagt er. Das bedeutet Gefahr und Glück – zwei Seiten einer Medaille. Weil die Büromieten stärker steigen als im Bundesdurchschnitt möchten kommerzielle Anleger hier gerne investieren – und partizipieren. Da aber gleichzeitig der Leerstand zurückgeht, haben es vor allem kleine Unternehmenseinheiten schwerer: Sie müssen mehr Geld für ihre Räume aufbringen – verfügbare Neubauten ohne Vorvermietungsklauseln sind nicht in Sicht.

Laut Büroflächen Marktreport 2012/2013 für Berlin gab es besonders im kleinteiligen Flächensegment unter 1000 Quadratmeter mit einem Anteil am Flächenumsatz von 36 Prozent im Vergleich zum Vorjahr einen Nachfrageschub. 2011 waren es noch 30 Prozent. Engel & Völkers Commercial errechnete, dass 85 Prozent aller Abschlüsse in der Größenklasse unter 1000 Quadratmeter registriert wurden, davon alleine 61 Prozent in der Größenklasse unter 500 Quadratmeter.

Mittelständische Unternehmen, die auf der Suche nach Flächen ab 1000 Quadratmeter aufwärts sind, haben es in Berlin schon heute schwer: Bei den mittleren Abschlussgrößen zwischen 1000 und 5000 Quadratmetern macht sich der Angebotsmangel insbesondere an modernen Flächen verstärkt bemerkbar, so belegen die Zahlen aus dem vergangenen Jahr. Mit einem Flächenanteil von lediglich knapp 23 Prozent ist ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu 2011 (rund 40 Prozent) zu verzeichnen. Dabei sind Unternehmen aufgrund der wirtschaftlich guten Entwicklung in Berlin vermehrt dabei, ihre Flächen zu optimieren: Wer expandiert und in Krisenzeiten enger zusammenrückte, ist jetzt auf der Suche nach neuen, größeren Flächen.

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