Unternehmensumbau : TLG nimmt Abschied von den Ladenhütern

Die bundeseigene Immobiliengesellschaft will sich für die Privatisierung schön machen

Jutta Burmeister

Attraktiver für Investoren will die TLG Immobilien GmbH werden. Angesichts der für 2008 geplanten Privatisierung will sich das bundeseigene größte Immobilienunternehmen Ostdeutschlands möglichst noch in diesem Jahr von gut 1200 Grundstücken und Gebäuden trennen. Es seien vor allem „weniger attraktive Objekte“, so der Vorsitzende der Geschäftsführung, Volkmar von Obstfelder, ohne Einzelheiten zu nennen. Der Immobilienbestand wird so auf rund 900 reduziert. Künftig soll dann die Bewirtschaftung und nicht mehr der Verkauf von Immobilien im Vordergrund stehen.

Grund für den Unternehmensumbau ist der vorgesehene Verkauf der TLG. Im Rahmen eines Bieterverfahrens will der Bund die Geschäftsanteile komplett an Investoren veräußern. Gedacht sei an einen oder zwei Käufer, die auf dem deutschen Markt bisher nicht vertreten seien, erklärte der Vorsitzende. Welchen Preis diese Investoren, die in Deutschland eine Plattform suchen, dem Bund zahlen müssten, sagte er nicht. Immerhin belief sich der Wert der TLG-Immobilien zum Jahresende 2006 auf über eine Milliarde Euro. Mit rund 11 500 Wohneinheiten ist das Unternehmen einer der größten Vermieter in den neuen Bundesländern.

Im vergangenen Jahr konnte die TLG einen Gewinn von etwa 26 Millionen Euro verbuchen, fünf Millionen mehr als im Vorjahr. Die Investitionen beliefen sich auf 200 Millionen Euro. Das Unternehmen, das nach der Wende viele Großimmobilien und Einzelhandelsobjekte der DDR übernommen hatte, konzentriert sich derzeit auf drei Segmente: Wohnanlagen, Einzelhandelsimmobilien sowie Spezialimmobilien wie Hotels und Pflegeheime. Neben der ostdeutschen Küstenregion mit den Städten Wismar, Rostock, Stralsund und Greifswald bevorzugt die TLG Sachsen und Teile von Sachsen-Anhalt und Thüringen mit den Städten Dresden, Leipzig, Chemnitz, Halle, Zwickau und Erfurt. „Dies sind wachstumsstarke Regionen, die zunehmend auch von ausländischen Investoren entdeckt werden“, sagte von Obstfelder.

Allerdings nehmen die Unterschiede auf dem ostdeutschen Immobilienmarkt zu. Während Investoren davon ausgehen, dass Preise und Mieten an der Küste, in Sachsen und um Berlin die Talsohle erreicht haben, findet andernorts eine gegenläufige Entwicklung statt. Für die TLG bleibt Dresden Kernpunkt. Zum Immobilienbesitz gehören hier das „Hotel de Saxe“ und der für SAP umgebaute ehemalige „Fresswürfel“. In Berlin zählen das „Haus zur Berolina“ am Hausvogteiplatz, der „Spreestern“ in Charlottenburg und die Häuser an der Karl-Liebknecht-Straße – dort wird im Herbst die Birthler-Behörde einziehen – zu den bekanntesten Objekten. Jutta Burmeister

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