URTEILE : URTEILE

Geerbtes Grundstück

Wird ein geerbtes Grundstück kurz nach dem Erbfall verkauft, orientiert sich dessen Wert grundsätzlich am Kaufpreis. Das gilt unabhängig davon, dass zuvor ein wesentlich höherer Grundstückswert ermittelt wurde. Ist ein Pflichtteilsberechtigter damit nicht einverstanden, muss er nachweisen, dass der Verkauf unter Wert erfolgte. Hier ging es um ein Anwesen, das von einem Sachverständigen auf 234 000 Euro geschätzt, vom Erben aber nur für 175 000 Euro verkauft wurde. (Bundesgerichtshof, AZ: IV ZR 124/09)

Nachträgliche Balkone

Der nachträgliche Anbau von Balkonen ist eine gravierende Veränderung einer Immobilie, die im Gemeinschaftseigentum steht. Deswegen ist es wichtig, dass alle Eigentümer in die Entscheidung einbezogen werden. Ein bei der Erlaubnis- Abstimmung für einen Balkonanbau in der Eigentümerversammlung abwesendes Mitglied, das die Einladung nicht erhalten hatte, kann sich somit gegen die Abstimmung über den Balkonbau wehren, wenn es dagegen gestimmt hätte. (OLG Hamm, AZ: 15 Wx 62/08)

Schönheitsreparaturen

Hat ein Mieter Schönheitsreparaturen durchgeführt, obwohl er nach seinem Mietvertrag nicht dazu verpflichtet war (zum Beispiel, weil darin starre Fristen vorgesehen waren), so kann er von seinem Vermieter den Ersatz seiner Aufwendungen verlangen. Allerdings sollte er sich beeilen: Für diesen Anspruch gilt die verkürzte Verjährungsfrist von sechs Monaten. Das Amtsgericht Freiburg hielt für diesen Fall die verkürzte, statt der sonst üblichen Dreijahresfrist für maßgebend. (AZ: 6 C 4050/09) büs

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