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Dachlawinen

Schäden durch sich lösende Schneemassen sind häufig Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen, die vom Einzelfall abhängig sind, jedoch fast immer eine Mitschuld der Geschädigten zur Folge haben. In der Presse wurde tags zuvor auf die akute Gefahr durch einsetzendes Tauwetter hingewiesen, so dass ein Gebäudeeigentümer die Eiszapfen an der Dachrinne entfernte. Zu wenig, wie sich herausstellte. Denn eine sich lösende Dachlawine fiel direkt auf ein darunter stehendes Fahrzeug. „Dumm geparkt“, entgegnete der Hausbesitzer der geschädigten Frau, die ihm ihrerseits eine Verletzung der Räumpflicht vorwarf. So sprachen zwar die Richter des Landgerichts Bielefeld auch im vorliegenden Fall dem Grundeigner die Verantwortung für die Dachsicherung zu. Ersatzweise hätte er auch Warnschilder mit dem Hinweis auf die Gefahr aufstellen können. Andererseits trüge aber auch die Autofahrerin eine Teilschuld (hier: 25 Prozent), da sie nicht blind darauf vertrauen durfte, dass alle Schnee- und Eismengen vom Dach entfernt worden seien. (AZ: 2 O 50/11)

Fliesenärger

Hat ein Händler einem Kunden Fliesen verkauft, die sich kurz nach dem Verlegen als mit irreparablen Materialmängeln behaftet erweisen, so muss der Händler nicht nur neue Fliesen liefern, sondern auch die Kosten für Abbruch und Neuverlegung tragen. Er kann nicht dagegenhalten, dass ihm dies wegen „unverhältnismäßiger Kosten“ nicht möglich sei (hier betrug der Aufwand 5800 Euro bei einem Materialpreis von 1200 Euro). Hier sei „nur eine Art der Nacherfüllung“ möglich. (BGH, AZ: VIII ZR 70/08) büs

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