URTEILE : URTEILE

Beleidigender Kindermund



Beleidigen Kinder von Mietern mehrfach die Vermieter „auf das Übelste“, so haben sie mit ihren Eltern die Folgen zu tragen: Ihnen darf fristlos gekündigt werden. So entschieden vom Amtsgericht Berlin Tempelhof-Kreuzberg. Beispiele aus den Zusammentreffen der beiden Jungen der Mieter mit der Geschäftsführerin der Vermieter sowie mit deren Mitarbeitern: „Du Hurensohn, du Wichser, du Schwuchtel, du A...loch.“ Immerhin fand sich ein Anwalt, der für die Mieter gegen die Kündigung anging. (AZ: 13 C 142/09)

Überzogener Schadenersatz

Ist ein Hausbesitzer bei Bauarbeiten unvorsichtig gewesen und wurde dadurch der Keller eines Nachbarn durch eindringendes Regenwasser in Mitleidenschaft gezogen, so kann der Geschädigte zwar die Kosten für einen Neuanstrich der Wände verlangen. Jedoch nicht die Kosten für die anderen Wände, die er ebenso gestrichen hat, um das einheitliche Gesamtbild wieder herzustellen. Das gelte jedenfalls dann, wenn der Keller „ohnehin hätte gestrichen werden müssen“. (OLG Koblenz, 2 U 209/10)

Stinkender Nachbar

Mieter müssen üble Gerüche aus einer Nachbarwohnung nicht hinnehmen. Voraussetzung ist jedoch, dass es sich nicht um gelegentliche Gerüche – wie etwa Kochen und Waschen – handelt, sondern die Geruchsbelästigung dauerhaft als besonders unangenehm empfunden wird (hier unter anderem durch sich zersetzende menschliche Exkremente). Mieter können dann die Miete mindern und dürfen auch einen Gutachter beauftragen und verlangen, dass der Vermieter die Kosten ersetzt. (LG Berlin, 65 S 296/10) büs

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