URTEILE : URTEILE

Ratten



Müssen Mieter mehrere Wochen lang „mit Ratten“ leben, die sie nachts in ihrer Wohnung heimsuchen, und führen erst ausgelegte Köder sowie ausgestreuter Staub (um die „Laufwege“ der Nagetiere aufzuspüren) zum Erfolg, so kann die Miete für den betreffenden Zeitraum gemindert werden. Das hat das Amtsgericht Dülmen in einem Fall entschieden, in dem einige Räume fast einen Monat gar nicht, andere nur „bedingt nutzbar“ waren. Die Bewohner durften die Miete um 80 Prozent kürzen. (AZ: 3 C 128/12)

Tauben

Lässt ein Grundstückseigentümer zu, dass sich aufgrund defekter Scheiben Wildtauben im Dach seines Hauses niederlassen, und kommt es dadurch zu einer „Verkotung“ des Nachbardaches, so ist der „Taubenzüchter“ grundsätzlich verpflichtet, den entstandenen Schaden zu ersetzen. Dabei ging es um Reinigungskosten von knapp 4000 Euro. Gezahlt werden musste aber nichts, weil der Geschädigte die Gerichte zu spät eingeschaltet hatte. Sein Anspruch war verjährt. (Landgericht Detmold, AZ: 10 S 67/12)

Katzen

Hält eine Frau in einer 85-Quadratmeter-Wohnung 90 Katzen, so kann der Landkreis (nach einer Kontrolle durch Veterinäre) die Tiere wegnehmen, vorübergehend im Tierheim unterbringen und verkaufen. Weil sie erheblich vernachlässigt und verhaltensgestört waren, habe die Behörde eingreifen müssen. Auch der Verkauf sei gerechtfertigt, da die Kosten von knapp 11500 Euro für Tierarzt und Unterbringung – wenn auch zum kleinen Teil – refinanziert werden dürfen. (VwG Hannover, AZ: 11 B 4036/12)büs

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben