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Ein Familienhaus

Sind bau- und nachbarrechtliche Regeln bei der Vergabe einer Baugenehmigung für ein Mehrfamilienhaus beachtet worden, so können sich Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, in deren Nachbarschaft das Bauvorhaben umgesetzt werden soll, nicht dagegen wehren. So entschied das Verwaltungsgericht Mainz. Wurden die Grenzabstände eingehalten und entstehe auch kein Gefühl des „Eingemauertseins“, so dürfe das Projekt gegen den Willen der Anwohner durchgezogen werden. (AZ: 3 L 191/13)

Zwei Tage

Wird einem Vermieter per Einschreiben mitgeteilt, dass die vom Mieter gekündigte Wohnung „übergabebereit“ sei, wird er aber nicht angetroffen, so sollte er innerhalb von zwei Tagen der eingeworfenen Benachrichtigung folgen und den Brief abholen. Tue er das nicht, so das Landgericht Lüneburg, so müsse er sich dennoch die „Kenntnis des Kündigungsschreibens“ zurechnen lassen. Der Brief gelte dann als „am dritten Werktag zugegangen“, so dass der Mieter eine Monatsmiete „sparen“ konnte. (AZ: 6 S 96/08)

Drei Lüftungen

Ist eine Mietwohnung von Schimmel befallen und ist klar, dass nicht die Bausubstanz, sondern das Lüftverhalten des Mieters der Grund dafür ist, so kann der Mieter gerichtlich verpflichtet werden, drei- bis viermal täglich „Stoß zu lüften“. Es sei ihm allerdings nicht zuzumuten, so das Landgericht Frankfurt am Main, die „Lüftungen“ gleichmäßig über den Tag zu verteilen und deswegen die Arbeit zu unterbrechen. Es reiche aus, morgens einmal, nach Feierabend und am Abend die Fenster zu öffnen. (AZ: 2/17 S 89/11) büs

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