URTEILE : URTEILE

Stinkende Nachbarn

Das Amtsgericht Wetzlar hat entschieden, dass ein ständig aus der Wohnung dringender Gestank ein Grund für den Vermieter sein kann, dem Mieter zu kündigen. Der Hausfrieden könne dadurch nachhaltig gestört werden. Verändert sich die Situation auch nach einer Abmahnung nicht, so sei auch eine fristlose Kündigung gerechtfertigt. Im konkreten Fall drang aus einer Souterrainwohnung ein Geruchsmix aus fehlender Körperhygiene, starkem Rauchen und mangelhaftem „Putzen“. (AZ: 38 C 1389/12-38)

Unaufgeräumte Keller

Ein Vermieter darf einer Mieterin, die in ihrem – durch einen Bretterverschlag einsehbaren – Keller verschiedene ausrangierte Möbel und Kartons lagert, nicht die Wohnung kündigen (hier fristlos geschehen), weil sie mit dem „Unrat“ Ratten anlocke. Ihre Klage dagegen hatte vor dem Amtsgericht Frankfurt/Main Erfolg: Wie ein Mieter seinen Keller nutze, sei im Prinzip seine Sache. Und Ratten würden nicht durch Möbel, sondern durch unsachgemäße Lagerung von Lebensmitteln angezogen. (AZ: 33 C 2163/12)

Fliegende Kippen

Haben zwei Wohnungseigentümerinnen, deren Balkone untereinander liegen, einen Vergleich geschlossen, nachdem die rauchende Eigentümerin, die „oben“ wohnt, 100 Euro pro heruntergefallener Zigarettenkippe zu zahlen hat, so ist dieser Vergleich einzuhalten. Ergebe sich aus Zeugenvernehmungen, so das Amtsgericht München, dass in der Vergangenheit – nach Vergleichsabschluss – 30 Mal Kippen auf den unteren Balkon geflogen sind, so hat die „obere“ 3000 Euro zu bezahlen. (AZ: 483 C 32328/12) mht

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