URTEILE : URTEILE

Leitungswasser



Hausratversicherungen zahlen nur für Sachen, die „durch Leitungswasser“ zerstört oder beschädigt wurden. Das Oberlandesgericht Hamm hatte einen Fall zu entscheiden, in dem es Schäden am Hausrat des Klägers durch ein defektes Rohr gab. Dieses war allerdings mit Brunnenwasser gefüllt und nicht mit dem übrigen Wasserversorgungssystem verbunden. Dabei handele es sich aber nicht um „Leitungswasser“, urteilten die Richter – mit der für den Versicherungsnehmer unschönen Folge, dass die Hausratversicherung für den daraus entstandenen Schaden nicht einzutreten braucht.

(OLG Hamm, AZ: 20 U 107/12)

Regenwasser

Kann ein Grundstückseigentümer nicht nachweisen, dass er Niederschlagswasser „ordnungsgemäß“ beseitigt, so kann ihm auferlegt werden, sich der örtlichen Abwasseranlage anzuschließen. Das hat das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen entschieden. Der Anschlusszwang an die Kanalisation bezweckt auch, dass das Regenwasser ordnungsgemäß abgeleitet wird, „um so insbesondere Wasserschäden an fremden Grundstücken oder auch Überschwemmungen, etwa von Verkehrsflächen zu vermeiden“.

(OVG für das Land Nordrhein-Westfalen, AZ: 15 A 1505/12)

Schmelzwasser

Dringt durch getaute Schneemassen auf einem Dach Wasser in ein Gebäude und wird dadurch die Substanz der Immobilie angegriffen, so handelt es sich nicht um einen Schaden, der von der Elementarschadenversicherung zu regulieren ist. Eine „Überflutung von Grund und Boden“ liege nur dann vor, „wenn sich erhebliche Wassermassen auf der Geländeoberfläche ansammeln“, so das Landgericht Dortmund. Erforderlich sei daher „eine Überschwemmung der normalerweise trocken liegenden Bodenfläche“ – kein „Anstauen“.

(LG Dortmund, AZ: 2 O 452/11) mht

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