Immobilien : Urteile

Hausratversicherung

Lässt ein Hausratversicherter ein Adventsgesteck mit brennenden Kerzen 30 Minuten lang aus den Augen, weil er im Garten den Zwinger seines Hundes säuberte, und brennt bei seiner Rückkehr das Wohnzimmer, so braucht seine Versicherung den Schaden nicht zu ersetzen. Das Landgericht Krefeld hielt sein Verhalten für grob fahrlässig. Adventskränze und -gestecke seien aufgrund des oftmals nicht mehr ganz frischen Grüns „leicht entzündlich“ und bedürften „einer besonderen Aufsicht“. (AZ: 5 O 422/05)

Nachbarrecht

Nachbarn von Gotteshäusern müssen das Geläut der Kirchenglocken auch dann hinnehmen, wenn teilweise die in der technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm festgelegten Spitzenwerte überschritten werden. Das sakrale Läuten bei Messen, Hochzeits- und Trauerfeiern sowie an kirchlichen Feiertagen ist durch das verfassungsrechtlich garantierte „Selbstbestimmungsrecht der Kirchen“ privilegiert, ferner durch den Schutz freier Religionsausübung. (Verwaltungsgericht Arnsberg, 7 K 2661/06)

Wohngebäudeversicherung

Ein Besitzer mehrerer Häuser kann aus seiner Wohngebäudeversicherung auch dann Anspruch auf Schadenersatz haben, wenn in einem Haus Heizungsrohre geplatzt sind, weil er es versäumt hat, trotz erheblicher Minusgrade tagsüber regelmäßig „nachzusehen“. Dies kann ihm aber dann nicht nachteilig ausgelegt werden, wenn er der Meinung war, dass ein Mieter im – ebenfalls ihm gehörenden – Nachbarhaus „Alarm geschlagen“ hätte, wenn bei ihm die Heizung ausgefallen wäre. (OLG München, 14 U 789/05)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben