Immobilien : URTEILE

Modernisierung

Lässt ein Vermieter einen Balkon an eine Wohnung bauen, so ist das eine Maßnahme zur Verbesserung der Wohnqualität. Allerdings ist der Vermieter verpflichtet, in seinem Ankündigungsschreiben klare Angaben zur Dauer der Arbeiten zu machen. Tut er das nicht, ist das Schreiben formell unwirksam. Und das bedeutet: Der Mieter muss die Maßnahme zumindest zunächst nicht dulden, weil er einen Anspruch darauf hat zu erfahren, was zeitlich auf ihn zukommt. (AZ: 67 S 16/07)

Nachbarrecht

Auch wenn auf einem Grundstück seit Jahrzehnten Rinder und Schweine gehalten worden sind, muss der Eigentümer die Tierhaltung auflösen (die hier aus einer Kuh, zwei Kälbern, einem Schwein und einer Ziege bestand), wenn die Siedlung mittlerweile in ein reines Wohngebiet umgewandelt worden ist. Zumindest dann, wenn er die Tiere lediglich zur Selbstversorgung der Familie hält und sie die Nachbarn unzumutbar belästigen – etwa durch Gestank. (Verwaltungsgericht Karlsruhe, 9 K 1660/07)

Steuerrecht

Mietzahlungen für die eigene Wohnung können steuerlich eine außergewöhnliche Belastung sein. Das hat das Finanzgericht Düsseldorf im Fall eines Ehepaares entschieden, das eine Eigentumswohnung gekauft hatte, die es aber nicht bewohnen durfte. Grund: Das Bauordnungsamt hatte festgestellt, dass die Dachkonstruktion instabil sei. Für die als Ersatz gemieteten Räume mussten die Eheleute 511 Euro Miete bezahlen, die das Finanzgericht als außergewöhnlich ansah. (AZ: 14 K 6385/04 E)büs

0 Kommentare

Neuester Kommentar