Immobilien : URTEILE

Frühlingsgefühle

Eine Mieterin war mit ihrem Freund auf dem Balkon intim geworden, was nicht ganz geräuschlos ablief. Die Nachbarn wurden unfreiwillig Zeugen des Ganzen und beschwerten sich beim Vermieter. Die freizügige Dame kassierte daraufhin eine Abmahnung. Zu Recht, wie das Amtsgericht Bonn entschied: Wer sich auf dem Balkon eines Mehrfamilienhauses, der zudem von einem Kinderspielplatz aus eingesehen werden könne, sexuell betätige, der störe den Hausfrieden. (AZ: 8 C 209/05)

Betriebskosten

Ein Vermieter darf Nebenkosten nur dann nachfordern, wenn er die Abrechnung innerhalb eines Jahres nach dem Abrechnungszeitraum zugestellt hat. Hat er die Aufstellung rechtzeitig per Brief zur Post gegeben, behauptet der Mieter aber, ihn nicht erhalten zu haben, so kann der Vermieter dagegen nichts unternehmen, wenn die neue Abrechnung erst nach Ablauf der Frist beim Mieter eingeht. Es kommt auf das Empfangsdatum an, nicht auf den Tag der Absendung. (Bundesgerichtshof, VIII ZR 107/08)

Schimmelbildung

Sind Feuchtigkeitsschäden in einer Mietwohnung nur dadurch zu vermeiden, dass die Mieter sehr häufig lüften (hier laut Gutachten bis zu siebenmal täglich), so handelt es sich um eine unzumutbare Forderung. Das Landgericht Dortmund: Von Mietern kann nur ein „übliches Wohnverhalten“ gefordert werden. Die vom Vermieter gewünschte Anzahl der Lüftungen sei überzogen und nicht mehr hinnehmbar. Der Vermieter muss auf andere Weise dafür sorgen, dass kein Schimmel entsteht. (AZ: 1 S 4/07)büs

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