Immobilien :  URTEILE 

Fehlgeleitete Leuchtrakete

Feuert ein Hausbesitzer zu Silvester eine Leuchtrakete ab, die zunächst gerade nach oben steigt, dann aber zur Seite schwenkt und durch einen Spalt in eine Scheune auf dem Nachbargrundstück eindringt und dort explodiert, so hat der Nachbar keinen „Ausgleichsanspruch“. Ein solcher, verschuldensunabhängig bestehender Anspruch setze voraus, dass die vom Nachbarn abgeschossene Rakete „der konkreten Nutzung dieses Grundstücks zuzuordnen ist“. Das sei hier aber nicht der Fall, so der Bundesgerichtshof (Az.: V ZR 75/08).

Fehlgeleitete Wildschweine

Werden Wildschweine von Fallobst auf dem Gelände eines Landwirts angelockt, das an einem Waldrand liegt, und zerwühlen die Tiere das Grundstück, so kann der Bauer keinen Schadenersatz gegenüber den Jagdpächtern des Jagdbezirks durchsetzen. Er hätte das Gelände einzäunen müssen. Die Tatsache, dass er eine Umzäunung bei der Behörde bereits beantragt hatte, die ihm jedoch eine Baugenehmigung verweigerte, ändere nichts daran, so das Amtsgericht Schorndorf (Az.: 2 C 1011/08).

Fehlgeleitete Frischluft

Kann ein Mieter sein Bad nicht ausreichend lüften und entsteht deshalb Schimmel, so muss der Vermieter den Pilzbefall auf eigene Rechnung beseitigen. Das gelte auch dann, so das Landgericht Hamburg, wenn das Fenster deswegen nur einen spaltbreit zu öffnen war, weil der Mieter seine Waschmaschine davor platziert hatte. Steht dem Bewohner kein anderer Platz für die Maschine zur Verfügung, fällt der Schimmel in das Risiko des Vermieters (Az.: 307 S 44/08). büs

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben