Immobilien : URTEILE

Ein Umbau kann Steuern sparen

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat Aufwendungen eines Steuerzahlers für den behindertengerechten Umbau seines Wohnhauses als „außergewöhnliche Belastung“ anerkannt. Entgegen früherer Entscheidungen ließ das höchste Finanzgericht einen durch die Kosten „etwa erlangten Gegenwert“ nämlich unberücksichtigt. Hier erlitt ein verheirateter Mann nach einem Schlaganfall eine schwere Behinderung. Um ihm „trotz seiner außergewöhnlich starken Gehbehinderung weiterhin ein Leben in seiner gewohnten Umgebung zu ermöglichen und ihm den Aufenthalt in einem Pflegeheim zu ersparen“, wurden an dem Einfamilienhaus Umbaumaßnahmen im Wert von 70 000 Euro durchgeführt. Der BFH ließ den vollen Betrag (minus „zumutbare Belastung“) als Abzug zu. Die Aufwendungen stünden „so stark unter dem Gebot der sich aus der Situation ergebenden Zwangsläufigkeit“, dass auch „die etwaige Erlangung eines Gegenwertes in den Hintergrund“ trete. Das Finanzamt hatte nur einen Pauschbetrag gewährt. (AZ: VI R 7/09) büs

Wärmedämmung darf nicht behindern

Der Nachbar eines Hauseigentümers muss es nicht dulden, dass dieser eine Wärmedämmung an der Außenwand seines Gebäudes anbringen lässt, die 15 Zentimeter dick ist, in diesem Umfang auch in das Grundstück des Nachbarn hineinragt und dadurch dessen Einfahrt verengt. Weder als genehmigungsfähiger Überbau noch nach dem nachbarrechtlichen Gemeinschaftsverhältnis müsse die Baumaßnahme hingenommen werden, entschied das Oberlandesgericht Karlsruhe. (AZ: 6 U 121/09) büs

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