Immobilien : URTEILE

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Wenn ein Wohnungseigentümer in einem aufgeteilten Mehrfamilienhaus schwere Bedenken gegen die Bestellung eines bestimmten Verwalters hat, dann sollten die anderen Eigentümer ihren Miteigentümer Rücksicht nehmen. Denn nach einem Urteil des Oberlandesgerichtes Frankfurt am Main (Az: 20 W 290/03) reicht ein Mehrheitsbeschluss zur Anstellung des Verwalters nicht aus. Die Begründung der Richter: Die Zusammenarbeit mit dem Verwalter muss für alle Eigentümer zumutbar und ein Vertrauensverhältnis herstellbar sein. In dem konkreten Fall sollte ein Verwalter nach Ablauf des ersten Vertrages erneut bestellt werden. Doch aus Sicht einzelner Eigentümer soll er seine Stellung dazu ausgenutzt haben, um seine Interessen gegenüber einem einzelnen Wohnungseigentümer durchzusetzen. Dieser widersprach der erneuten Bestellung und bekam Recht.

Ein Keller ist teuer – andere nicht

Der Nutzer eines Kellers, der laut Teilungserklärung nicht zu dessen Wohnung gehört, muss unter Umständen zusätzliche Kosten tragen. Dies gilt auch dann, wenn andere Keller im selben Haus den Wohnungen unmittelbar zugeschlagen wurden und deshalb deren Eigentümern auch keine zusätzlichen Gemeinschaftskosten entstehen. Hintergrund: Die Teilungserklärung regelt, wie die einzelnen Wohn-, Laden- oder in diesem Falle Kellereinheiten mit Kosten belastet werden, die bei der Verwaltung und Instandhaltung gemeinsam genutzter Flächen im Hause entstehen. Üblicherweise werden Keller nicht als eigenständige Einheiten behandelt. In diesem Fall dagegen schon. Und das ist aus Sicht der Richter auch zulässig, die damit die Gestaltungsfreiheit in der Teilungserklärung unterstrichen (Az: Bayerisches Oberlandesgericht; Az. 2ZBR 110/04).

Achtzigjährige müssen umziehen

Auch einer 82 Jahre alten Mieterin, die seit über 50 Jahren in ihrer Wohnung lebt, kann der Umzug in eine andere Immobilie zugemutet werden. Dieser Auffassung ist das Landgericht Berlin (Az.: 63S160/04). Will sich ein Mieter gegen eine Wohnungskündigung wehren, dann muss er belegen, dass ihm ein Umzug unmöglich ist – zum Beispiel wegen einer akuten Erkrankung. Tsp

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