Immobilien : URTEILE

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Adventskerzen bis in den Juni –

da macht die Versicherung nicht mit

Wer Monate nach dem Fest noch Kerzen an der Weihnachtsdekoration anzündet und so unfreiwillig die dürren Zweige entflammt, der handelt nach Auskunft des Infodienstes Recht und Steuern der LBS grob fahrlässig und verliert bei einem Brand seinen Versicherungsschutz. (Oberlandesgericht Oldenburg, Aktenzeichen 2 U 300/00). Im konkreten Fall konnte sich eine Familie offensichtlich nicht von der Weihnachtszeit trennen oder hatte einfach keine Lust, die entsprechenden Dekorationsobjekte wegzuräumen. Jedenfalls stand im Juni des folgenden Jahres noch ein Adventsgesteck auf dem Wohnzimmertisch. Die Kerzen wurden sogar angezündet und nach einer gewissen Zeit wieder ausgeblasen. Einige Zeit später, als keiner mehr zu Hause war, brannte es. Dabei entstand ein Schaden in Höhe von über 32.000 Euro, den die Geschädigten von ihrer Hausratversicherung ersetzt haben wollten. Die Assekuranz weigerte sich, Ersatz zu leisten. Wer sich so verhalte, der verliere seinen Versicherungsschutz. Die Richter des Oberlandesgerichts Oldenburg sahen es ähnlich. Dem Unglücksfall sei ein grob fahrlässiges Verhalten voraus gegangen – die Versicherung musste nicht zahlen. Ausbau genehmigt,

Rückbau denno ch angeordnet

Auch die Genehmigung der Eigentümerversammlung für eines ihrer Mitglieder, den Dachboden auszubauen, befreit den Betroffenen nicht von allen späteren Schwierigkeiten. Stellt sich zum Beispiel heraus, dass eine nachträglich errichtete Loggia undicht ist, dann kann der Eigentümer nach Auskunft des Infodienstes Recht und Steuern der LBS verpflichtet werden, alles wieder zurückzubauen. (Bayerisches Oberstes Landesgericht, Aktenzeichen 2Z BR 217/03). Im vorliegenden Fall hatten Mitgeigentümer Jahre nach dem Ausbau festgestellt, dass sich Nässeflecken auf ihrer Zimmerdecke gebildet hatten. Die mit Genehmigung der Teilungserklärung nachträglich ausgebaute Loggia im Dachgeschoss war offensichtlich undicht. In zweiter Instanz erzwangen die Kläger den Rückbau. Als unbefangener Betrachter der Teilungserklärung komme man zu der Erkenntnis, dass zwar der Einbau von Fenstern oder Gauben gemeint gewesen sei, aber keinesfalls ein solch „erheblicher Eingriff“ in die gesamte Dachkonstruktion. Schon die Gefahr, dass jederzeit wieder Wasser in die Nachbarwohnung durchdringen könne, reiche aus, um einen Rückbau der Loggia anzuordnen. lbs

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