Immobilien : URTEILE

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Stahlgittertür ist erlaubt –

solange sie keiner sieht

Nach einem Einbruch reichte es einem Wohnungseigentümer im obersten Geschoss eines Hauses endgültig. Er ließ ohne Zustimmung der übrigen Bewohner eine Stahlgittertür anbringen, um in Zukunft ungebetene Gäste abzuschrecken. Das wiederum passte einer anderen Eigentümerin aus dem zweiten Stock nicht. Sie sah darin eine unerlaubte bauliche Veränderung und drängte auf Entfernung. Die zuständigen Richter schlugen sich auf die Seite des einbruchsgefährdeten Mannes. Zwar handle es sich in der Tat um eine bauliche Veränderung, doch niemand könne durch sie gestört werden, weil sich die Wohnung im obersten Stock befinde. Die Klägerin zum Beispiel hätte die Treppe hochsteigen müssen, um den Umbau überhaupt zu sehen. Das schien den Juristen Grund genug, an der Stahlgittertür ausnahmsweise keinen Anstoß zu nehmen. (Oberlandesgericht Köln, Aktenzeichen 16 Wx 204/04)

Pilzbeseitigung ist keine außergewöhnliche Belastung

Für besondere, schicksalhaft eintretende Lebenssituationen des Bürgers hat der Staat Verständnis. Wer zum Beispiel feststellt, dass seine Immobilie asbestverseucht und damit gesundheitsgefährdend ist, der kann die Kosten für die Sanierung als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend machen. Beim Auftreten von Schimmelpilzen ist das nicht möglich. (Oberfinanzdirektion München, Aktenzeichen S 2284 – 1 St 41 M)

Ein Immobilienbesitzer hatte festgestellt, dass die Wände seines Anwesens vom Schimmelpilz befallen sind. Um die Bewohner des Anwesens vor Krankheiten zu schützen, ist in solchen Fällen eine schnelle und nicht ganz billige Sanierung nötig. Er beantragte in seiner Steuererklärung, die Kosten als außergewöhnliche Belastung absetzen zu dürfen. Die Oberfinanzdirektion München verweigerte dieser Lösung ihre Zustimmung. Das Auftreten von Schimmelpilzen sei auf ein Verschulden des Eigentümers oder Mieters zurückzuführen, weil dieser die Immobilie falsch oder mangelhaft belüftet hätte. Oder es handle sich um ein Verschulden des Bauträgers. In all diesen Fällen könne man deswegen keine außergewöhnliche Belastung geltend machen. lbs

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