Immobilien : URTEILE

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Der Hersteller eines Wintergartens muss seinen Kunden schon vorab darüber aufklären, ob das geplante Bauwerk tatsächlich das ganze Jahr über zu benutzen ist. Diese Forderung hat das Oberlandesgericht Düsseldorf in einem Zivilprozess aufgestellt (Aktenzeichen 22 U 116/97).

Eine Familie hatte einen Wintergarten für die Terrasse des Hauses bestellt. Stillschweigend gingen die Auftraggeber davon aus, dass ein „Wintergarten“ seinem Namen auch gerecht werde und auch während der kalten Jahreszeit zu bewohnen sei. Doch weil die Dachkonstruktion aus Acryl-Stegplatten bestand, bildete sich während der Heizperiode an der Decke regelmäßig Schwitzwasser. Der Hausbesitzer verlangte vor Gericht Schadenersatz. Für einen Betrag von knapp 15 000 Mark könnten die ungeeigneten Platten gegen Isolierglas ausgetauscht werden. Der Hersteller lehnte ab – und zog vor Gericht den Kürzeren. Im Vertrag hätten beide Parteien zwar mit keinem Wort festgelegt, wann und wozu der Anbau genutzt werden soll. Doch so eine detaillierte Beschreibung sei nicht nötig. Im konkreten Fall sei der Hersteller seiner Beratungspflicht nicht nachgekommen. lbs

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