Immobilien : URTEILE

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Selbst genutzte Immobilie fällt

nicht unter die Drei-Objekt-Grenze

Um zwischen Privatgeschäften und gewerblichem Immobilienhandel unterscheiden zu können, beruft sich der Fiskus auf die sogenannte Drei-Objekt-Grenze. Wer innerhalb eines kurzen Zeitraumes mehr als drei Grundstücke, Häuser oder Wohnungen veräußert, wird vom Finanzamt als professioneller Händler betrachtet und muss die Gewinne als Einnahmen aus einem Gewerbebetrieb versteuern. Doch nicht immer gilt diese Regelung, so ein Urteil des Bundesfinanzhofes (Aktenzeichen X R 36/04).

Der Fall: Ein Steuerzahler verkaufte in den Jahren 1996, 1997 und 1999 insgesamt vier Grundstücke, die er jeweils weniger als fünf Jahre vorher angeschafft bzw. bebaut hatte. Für die Beamten war der Fall damit klar: Hier habe man es mit einem gewerblichen Grundstückshandel zu tun. Der Betroffene allerdings verteidigte sich damit, bei einem der Objekte gar keine Verkaufsabsicht gehabt zu haben. Er sei selbst dort eingezogen und habe es nur deswegen wieder aufgegeben, weil das beruflich erforderlich gewesen sei (Nähe zum Arbeitsplatz).

Das Urteil: Der Steuerzahler bekam Recht. Die Begründung: Das Wohnen im eigenen Heim zähle zur „ureigenen Privatsphäre“ eines Menschen. Hier habe es für die Veräußerung des Hauses einen offensichtlichen Sachzwang gegeben (ähnlich wie bei größerem Raumbedarf nach Familienzuwachs) und deswegen könne die Drei-Objekt-Grenze ausnahmsweise nicht gelten. lbs

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