Immobilien : URTEILE

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Makler darf „sozialen Brennpunkt“ nicht verschweigen

Makler müssen Kunden ungefragt darauf hinweisen, wenn ein Grundstück in einem „sozial problematischen Gebiet“ liegt. Auf ein entsprechendes Urteil des Landgerichts Heidelberg (Aktenzeichen: 2 S 46/05) weist die in Köln erscheinende „Monatsschrift für Deutsches Recht“ (Heft 15/2006) hin. Verletzt der Makler diese Pflicht, so verliert er nach dem Richterspruch den Anspruch auf seine Provision. Das Gericht wies die Zahlungsklage eines Maklers gegen einen Kunden ab. Der Kläger hatte dem Kunden ein Wohnhaus in einem sogenannten sozialen Brennpunkt vermittelt, ohne ihn darauf hinzuweisen. Als der Käufer das später bemerkte, weigerte er sich, die Maklerprovision zu zahlen. Das Landgericht Heidelberg unterstützte den Hauskäufer in seiner Haltung. Ein Makler müsse einen Interessenten über alle für die Kaufentscheidung wesentlichen Gesichtspunkte ungefragt informieren. Anderenfalls verletze er seine vertraglichen Treuepflichten und mache sich schadenersatzpflichtig. Konkret bedeute dies, dass der Käufer die Maklerprovision nicht zahlen müsse. gms

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