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Kind war dem Christbaum mit Wunderkerzen zu nahe gekommen

Bei einer Familie mit drei Kindern waren die frohen Weihnachten schnell vorbei. Eines der noch nicht schulpflichtigen Kinder hielt eine brennende Wunderkerze in die Nähe des Christbaums, worauf ein Feuer ausbrach. Der Gesamtschaden des Unglücks betrug über 200 000 Euro. Es war von grob fahrlässigem Verhalten der Eltern die Rede, weil sie dem Buben den Sternwerfer überlassen hatten. Feuer- und Haftpflichtversicherung stritten, wer für den Schaden aufkommen müsse und wie weit die Erziehungsberechtigten in die Verantwortung genommen werden könnten. Eine Zivilkammer befasste sich ausführlich mit dem schwer zu rekonstruierenden Tathergang. Die Juristen kamen zu dem Schluss: Ein besonderes Wissen um die Gefährlichkeit von Wunderkerzen „kann nicht im Rahmen des Allgemeinwissens vorausgesetzt werden“. Der Laie habe nicht ahnen können, dass auf diesem Wege sofort ein sich explosionsartig ausbreitender Brand entstehe. Die Eltern waren deswegen nicht haftbar. (Oberlandesgericht Frankfurt/ Main, Aktenzeichen 3 U 104/05)

„Fensterln“ mit Folgen: Mieter aus Hessen erhielt fristlose Kündigung

Der Mann drang mit Hilfe zweier Leitern in die Wohnung einer jungen Nachbarin ein. Diese schrie um Hilfe, der Mitmieter suchte das Weite. Bald danach bekam er die fristlose Kündigung. Das Gericht entschied, dass dieses ungefragte Eindringen im Hessischen nicht als „Bestandteil kulturellen Erbes“, sondern als Störung des Hausfriedens oder gar als Hausfriedensbruch zu bewerten sei. Von einem bloßen Streich könne man nicht mehr reden. Die fristlose Kündigung war berechtigt. (AG Frankfurt /M., AZ 33 C 2982/99-67)

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