Immobilien : URTEILE

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Zugige Fenster sind bei Altbauten kein Grund zur Mietminderung

Der Mieter einer Immobilie hat Anspruch darauf, dass gewisse Mindeststandards des Wohnens (Beheizbarkeit, Wetterfestigkeit, Abschließbarkeit) eingehalten werden. Wenn es sich allerdings um einen Altbau handelt, darf der Mieter nicht die modernste Ausstattung erwarten. Deshalb muss man zum Beispiel mit zugigen Fenstern leben. (Landgericht Karlsruhe, AZ 9 S 157/05)

Der Fall: Selbst wenn die Fenster nicht geöffnet waren, strömte ein leichter Windhauch durch die Wohnung.Deswegen forderten die Mieter den Eigentümer schriftlich dazu auf, die Mindestvoraussetzungen modernen Wohnens zu erfüllen, also die Fenster abzudichten. So lange das nicht der Fall sei, teilten die Mieter mit, würden sie die Miete kürzen. Der Vermieter war dennoch nicht bereit, den Altbau wie gewünscht grundlegend zu sanieren oder die Fenster auszutauschen. Die Kläger hätten bei Vertragsabschluss gewusst, worauf sie sich einlassen.

Das Urteil: Das Gericht folgte dem Eigentümer. Die Wohnung sei zwar zugig, aber trotzdem nicht mit einem Mangel behaftet. Denn man könne stets nur einen Standard erwarten, „der der üblichen Ausstattung vergleichbarer Wohnungen entspricht“. Dabei sei auch das Alter des Objekts zu berücksichtigen. Anders wäre es, wenn zum Beispiel in einer Wohnung die Stromleitungen so marode wären, dass man keine modernen Elektrogeräte verwenden könne. lbs

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