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Versicherungen : Nichts anbrennen lassen

17.12.2011 01:00 UhrVon Monika Hillemacher
Vorsicht. Die Adventszeit ist auch die Zeit der Zimmerbrände. Bei Bränden durch Christbäume oder Adventskränze greift die private Haftpflichtversicherung. Foto: pa/obs/HUK-CoburgBild vergrößern
Vorsicht. Die Adventszeit ist auch die Zeit der Zimmerbrände. Bei Bränden durch Christbäume oder Adventskränze greift die private Haftpflichtversicherung. - Foto: pa/obs/HUK-Coburg

Feuergefahr durch Kerzen, Hochsaison für Diebe und Einbrecher: Welche Versicherungen gerade im Winter sinnvoll sind.

Der Adventskranz, der Feuer fängt, Taschendiebe auf dem Weihnachtsmarkt, Wohnungseinbrecher, die es auf teure Geschenke abgesehen haben: Die Weihnachtszeit steckt voller Gefahren. Verbraucherschützer empfehlen deshalb, mit Versicherungen vorzubeugen. Drei Policen seien notwendig, um durch die Weihnachtszeit zu kommen: Haftpflicht-, Wohngebäude- und Hausratversicherung, rät Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten (BdV). „Haftpflicht, weil ich als Verursacher geradestehe für Schäden anderer – und zwar in unbegrenzter Höhe.“ Wohngebäude, weil sie Schäden am eigenen Haus abdeckt.

Die Hausratpolice springt für die auf dem Weihnachtsmarkt geraubte Geldbörse ein oder ersetzt Geschenke, die Einbrecher haben mitgehen lassen.

Adventskränze und Christbäume, die binnen weniger Minuten die Wohnung lichterloh in Flammen setzen, fallen unter die private Haftpflicht. Ihre Leistung hängt vom Vertrag ab. „Bei Altverträgen greift die Klausel der groben Fahrlässigkeit“, erläutert Thorsten Rudnik. Als grob fahrlässig wird zum Beispiel gewertet, wenn brennende Kerzen länger unbeaufsichtigt bleiben. Teure Konsequenz: Der Versicherte bleibt auf dem Schaden sitzen.

Mit einem neueren Vertrag besteht die Chance auf Erstattung. Anstelle grober Fahrlässigkeit zählt das eigene Verschulden. „Je nach Grad des Verschuldens kann der Versicherer aber die Leistung kürzen“, sagt Rudnik. Mal schnell in der Küche den Festtagsbraten wenden, während im Wohnzimmer die Tanne im Lichterglanz erstrahlt, dürfte weniger schwer wiegen als Adventskerzen anzuzünden und sich ins Bett zu legen. Letzteres könnte mindestens 50 Prozent Abzug bringen, schätzt der Experte. Juristisch umstritten sei, ob die Assekuranz die Zahlung ganz auf null setzen kann.

Mietern empfiehlt Katharine Lawrence von der Verbraucherzentrale Hessen bei der Haftpflicht auf die Extraklausel „Mietsachschäden“ zu achten. Sie deckt Schäden an der Wohnung ab. In der Regel wird der Vermieter diese zunächst mithilfe seiner Wohngebäudeversicherung beseitigen. Aber die nimmt den Verursacher in Regress. Die private Haftpflicht hilft Lawrence zufolge auch, wenn in einer für den Weihnachtsurlaub gebuchten Ferienwohnung etwas schiefgeht. Die Versicherungssumme sollte mindestens 300 000 Euro betragen.

Hausbesitzer sind mit der Wohngebäudeversicherung gegen Feuerfolgen gewappnet. Sie ist keine Pflicht. Trotzdem besitzen laut BdV mehr als 95 Prozent der Eigentümer einen solchen Vertrag. Ersetzt wird alle nicht bewegliche Habe, etwa Waschbecken, Türen, Fenster, Toiletten und das Gebäude an sich. Gegen einen höheren Beitrag kann grob fahrlässiges Verhalten in die Police eingebaut werden – laut BdV gut investiertes Geld.

Die Feuerwehr rückt meist kostenlos an. Selbst bei Fehlalarm muss der Einsatz selten bezahlt werden. Zugunsten der Bürger werde fast immer guter Glaube angenommen, sagt die Sprecherin des Deutschen Feuerwehrverbands, Silvia Darmstädter. Details legen die Kommunen in ihren jeweiligen Satzungen fest. Versicherungsunternehmen regeln ihre Leistungen bei Feuerwehreinsätzen im Kleingedruckten der Wohngebäudepolicen.

Für entflammte Gardinen und Möbel kommt die Hausratversicherung auf. Sie leistet Wiedergutmachung bei Schäden durch „Feuer, das sich aus eigener Kraft ausbreitet“, sagt Katharina Lawrence. Ein defektes Elektrokabel kann ebenso Auslöser sein wie ein umstürzender Weihnachtsbaum. Unter Umständen kürzt die Assekuranz ihre Leistung wegen grober Fahrlässigkeit.

Die Weihnachtszeit ist Hochzeit für Taschendiebe. Zum Schreck kommt meist noch ein saftiger finanzieller Schaden. Den ersetzt die Hausratversicherung, „zumindest wenn die Tasche mit Gewalt weggerissen, geraubt wurde“, sagt Lawrence. Viele Verträge haben eine sogenannte Außenklausel.

Von Einbrechern gestohlene oder zerstörte Präsente fallen ebenfalls unter Hausrat. Sofern Einbruchspuren sichtbar sind und der Bestohlene beweist, dass „die Geschenke da waren“. Da lohnt es, die Rechnungen aufzubewahren. Fehlen Spuren der Gewalt, hat der Verbraucher in der Regel das Nachsehen. Ansonsten wird der Neuwert der weihnachtlichen Gaben vergütet. Gehen Geschenke beim Auspacken kaputt, sprechen Versicherungen von Eigenschaden und zahlen nicht. Dies gilt für alle Personen, die die Police umfasst. Meist sind es Ehepartner, Partner in eheähnlicher Gemeinschaft und Kinder. Fällt der neue Fotoapparat einem Dritten aus der Hand, greift nach Auskunft des BdV die Haftpflicht.

(dpa)

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