Immobilien : Vielseitige Aloe

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DER ROTE PUNKT

Jede Woche gibt der Botanische Garten eine Liste mit besonders sehenswerten Pflanzen heraus, die durch ihre Blüten oder auch Früchte beeindrucken. Sie sind mit einem roten Punkt gekennzeichnet. Aus Platzgründen können wir nur jeweils ein Gewächs vorstellen. Der Garten ist täglich von 9 Uhr an geöffnet, die Gewächshäuser am Wochenende ab 10 Uhr. Weitere Informationen im Internet unter www.bgbm.org .

Gewächshäuser. Für die meisten interessierten botanischen Laien hat die Aloe eine bestimmte Wuchsform: lange, nach oben gebogene, dick fleischige, sukkulente Blätter, die nach außen leicht gewölbt und am Rande mit harten Zähnen bewehrt sind. Das trifft aber nur auf einige der rund 250 verschiedenen Arten der Gattung zu, die zu einer der zehn größten Pflanzenfamilien, der Liliengewächse (Liliaceae), gehören. Die vom Botanischen Garten ausgewählte Pflanze der Woche, Aloe elgonica Bullock, im Gewächshaus H am Hauptweg, gehört zu ihnen. Doch es sind nicht der Wuchs oder die Größe, die an diesem Exemplar beeindrucken, sondern es ist die Blüte, die sich in drei- bis fünffach verzweigten Trauben an einem langen Stiel über der Pflanze erhebt.

Innerhalb der großen Gattung Aloe finden sich auch Arten in Form von Sträuchern, Kräutern und sogar Bäumen, die hauptsächlich in den subtropischen Gebieten von Amerika, Afrika, Asien und auch in Europa wachsen. Der Name soll vom hebräischen „halal“ (glänzend, bitter) abstammen und sich auf den Zellsaft beziehen.

Seit dem Altertum wird der Saft der verschiedenen Arten verwendet. Er diente im alten Ägypten zum Einbalsamieren von Leichen und zur Herstellung von Duftstoffen. Er kühlt aber auch Wunden, insbesondere Brandwunden. Deshalb stand fast in jeder Küche, in der bei offenem Feuer gekocht wurde, ein Topf mit Aloe.

Bis heute ist der Wirkstoff Aloein für die Kosmetikindustrie unentbehrlich. Allerdings liefert diesen Stoff offiziell nur die Aloe vera. Sie wird seit 1650 – von den Spaniern eingeführt – auf Barbados plantagenmäßig angebaut, weshalb diese Art auch unter dem Namen Aloe barbadensis bekannt ist.

Die Aloe vermehrt sich auf zwei unterschiedliche Weisen: Zum einen ungeschlechtlich durch Schösslinge, die um die Wurzel der alten Pflanze herum wachsen, die Erde durchstoßen und eine neue Pflanze bilden. Die andere Möglichkeit der Vermehrung ist die geschlechtliche. An hohen Stielen entwickeln sich lange Trauben von Blüten, die nach einer Bestäubung durch Vögel und Insekten, Früchte mit Samen ausbilden.

In Kultur benötigt die Aloe als Substrat sandige Erde und nur wenig Wasser. „Lieber etwas weniger, als zu viel“, lautet die Devise, was die Wasserzufuhr betrifft. Deshalb ist es ratsam, um ein Verfaulen zu verhindern, besonders in den Wintermonaten wenig zu gießen. Die Raumtemperatur sollte stets über fünf Grad Celsius liegen. W.H.

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