Vier im Recht : Mit Maklern sollte immer gerechnet werden

Über Haus und Wohnung wird oft gestritten. Unsere Expertenklären jede Woche eine Frage. Diesmal: Wer zahlt für die Vermittlung eines Miet- oder Kaufvertrages, wenn eine klare Absprache fehlt? Katrin Dittert, Fachanwältin, antwortet.

WAS STEHT INS HAUS?

Wir haben schon eine ganze Weile nach einer Wohnung gesucht, aber nichts Passendes gefunden. Freunde brachten uns auf die Idee, einen Makler aufzusuchen. Wir haben bei diesem angerufen und gefragt, ob er über eine Wohnung, wie wir sie uns vorstellten, verfügt. Darauf hat er uns einige Exposés übersandt und mit uns die Wohnungen besichtigt. Eine dieser Wohnungen hat uns gefallen und wir haben sie gekauft. Jetzt stellt der Makler uns eine Rechnung und wir sind verwundert, weil wir dachten, die Maklerkosten muss der Verkäufer übernehmen. Was können wir tun?

WAS STEHT IM GESETZ?

Immer wieder stellt sich für die Kunden des Maklers wie aber auch für den Makler selbst die Frage, ob und wer die Maklercourtage zahlen muss. Gemäß Paragraf 652 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) erhält ein Makler seine Provision für die erfolgreiche Vermittlung oder den erfolgreichen Nachweis eines Miet- oder in diesem Falle eines Kaufvertrages. Der Makler verdient sein Geld also nur dann, wenn er für seinen Kunden Vermittlungs- oder Nachweisdienstleistungen erbringt, der Kunde erfolgreich einen Vertrag – hier Kaufvertrag – abschließt und die Leistung des Maklers ursächlich für die Kaufentscheidung des Kunden war. Der Makler muss unmissverständlich darauf hinweisen, von wem er seine Provisionszahlung erwartet. Der BGH (Bundesgerichtshof) hat im Jahre 2005 einmal entschieden, dass Maklerkunden, die bei einem Makler anrufen und nach Objekten aus dessen Bestand fragen, grundsätzlich davon ausgehen können, dass diese Häuser oder Wohnungen dem Makler vom Verkäufer an die Hand gegeben wurden. Dies bedeutet, dass ein Kunde dann davon ausgehen darf, dass der Verkäufer die Provision des Maklers bezahlt. Anders ist der Fall zu beurteilen, wenn ein Kunde einen sogenannten Suchauftrag an den Makler erteilt, also dem Makler konkrete Kriterien übermittelt und darum bittet, dass der Makler nach diesen Kriterien ein Kaufobjekt für den Kunden sucht. In diesem Falle muss der Kunde den Makler bezahlen. Denn er hat ihn beauftragt.

UND WIE STEHEN SIE DAZU?

Die Freuden über den erfolgreichen Kauf einer Wohnung werden oft getrübt, wenn Rechnungen gestellt werden, mit denen man nicht gerechnet hat. Daher empfehle ich immer beiden Parteien, die Frage der Honorierung des Maklers im Vorfeld zu klären. Im Ihrem Falle kommt es darauf an, ob Sie vom Makler darüber aufgeklärt wurden, dass dessen Leistungen für Sie kostenpflichtig sind. Wussten Sie von dieser Kostenpflichtigkeit? Oder hätten Sie hiervon wissen müssen, weil Sie vielleicht das Exposé nicht richtig gelesen haben, und haben Sie sodann Dienstleistungen des Maklers in Anspruch genommen, müssen Sie auch die Rechnung des Maklers zahlen. Hat der Makler Sie nicht darüber aufgeklärt und auch an keiner Stelle deutlich gemacht, dass er eine Provision von Ihnen verlangen wird, müssen Sie die Ihnen gestellte Rechnung nicht zahlen.

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