Immobilien : Volle Blüten, graziler Wuchs

Die üppig blühenden Spiersträucher sind unverzichtbare Gestaltungselemente im Garten Die Zweige dieser Gehölze hängen elegant über

Tassilo Wengel

Spiersträucher gehören zu den Blütengehölzen, die für jeden Garten eine Zierde sind und am besten im Herbst gepflanzt werden sollten. Vor allem die im Frühjahr in überreicher Fülle weiß blühenden, strauchförmig wachsenden Arten und Züchtungen, aber auch die kleinstrauchigen Sorten, die im Sommer ihre Pracht entfalten, sind unverzichtbare Gestaltungselemente im Garten. Zur Beliebtheit der Spiersträucher haben nicht nur der teilweise lockere, grazile Wuchs und die Blütenfülle beigetragen, sondern auch die Robustheit und die Anspruchslosigkeit dieser Gehölzart. Die Gattung Spiraea, die zu den Rosengewächsen (Rosaceae) gehört und 70 Arten umfasst, wird in drei Sektionen eingeteilt

Zur ersten Sektion (Chamaedryon) gehören die Frühjahrsblüher. Es sind weiß blühende Sträucher, die ihre in Dolden oder doldenartigen Trauben zusammengesetzten Blüten zwischen April und Juni an den Seitenzweigen des Vorjahres entfalten. Meistens werden diese Gehölze zwei bis drei Meter hoch und bilden elegant hängende Zweige. Sträucher dieser Gruppe sollten, wenn notwendig, unmittelbar nach der Blüte ausgelichtet werden.

Bekannteste Vertreterin ist die Schnee-Spiraea (Spiraae x arguta). Sie entstand aus Spiraea multiflora sowie Spiraea thunbergii und wird seit über 100 Jahren kultiviert. Dieser etwa zwei Meter hohe, buschige Strauch bildet dünne Seitenzweige, die locker überhängen. Noch vor dem Laubaustrieb von Ende April bis Mai schmückt sich der gesamte Strauch mit rein weißen – allerdings streng riechenden – Blüten. Sie sind in kleinen gestielten Trugdolden vereint und sitzen auf der ganzen Länge der Zweige.

Auch der Belgische Spierstrauch (Spiraea x vanhouttei) ist ein wertvoller Frühjahrsblüher. Die Züchtung entstand 1862 in Frankreich und wurde nach dem belgischen Gärtner Louis van Houtte benannt. Der stark wachsende, dichte Strauch mit langen Trieben wird zwei bis drei Meter hoch, wächst breitbuschig aufrecht und lässt seine Zweige am Ende elegant überhängen. Von Ende Mai bis Anfang Juni schmückt sich diese Spierstrauch-Sorte mit einer Fülle von Blüten, die in etwa fünf Zentimeter breiten Trugdolden vereint sind und entlang der vorjährigen Zweige sitzen. Er eignet sich hervorragend als frei wachsende und geschnittene Hecke, wirkt aber auch als Solitärstrauch.

Sehr dekorativ ist der Nippon-Spierstrauch (Spiraea nipponica) aus den Bergwäldern der japanischen Insel Honshu. Das Gehölz wird zweieinhalb Meter hoch und bildet aufrechte Zweige, die im oberen Bereich in einem weiten Bogen wachsen. Von Mai bis Juni zeigt die Art viele kleine weiße Dolden, die sich entlang der Zweige entfalten. Etwas kleiner mit eineinhalb Metern Höhe bleibt die Sorte ‚Snowmoud’. Sie blüht ebenfalls überreich und ist besonders gut für kleine Gärten geeignet.

In der zweiten Sektion (Calospira) finden sich überwiegend im Sommer blühende Spiersträucher. Sie blühen in den Farben Weiß, Rosa oder Rot. Die flachen Trugdolden erscheinen an den Enden der diesjährigen Langtriebe. Die Blütezeit beginnt Ende Juni und reicht bis Ende August, manchmal auch bis in den September hinein. Alle Arten und Sorten sollten im Frühjahr stark zurückgeschnitten werden.

Eine ungewöhnliche und effektvolle Sorte ist ,Genpei’, die aus Japan stammt und häufig auch als ,Shirobana’ bezeichnet und angeboten wird. Sie bietet zur Blütezeit einen besonders schönen Anblick. Das Außergewöhnliche an dieser Züchtung sind die Blütendolden: Sie erscheinen in Weiß und Rosa am Strauch, manchmal sind auch die Dolden selbst zweifarbig. Wer eine reinweiße Sorte sucht, findet in Spiraea japonica ‚Albiflora’ eine geeignete Pflanze. Sie ist mit der amerikanischen Sorte ‚Japanese White’ identisch und bildet einen Strauch von etwa 80 Zentimetern Höhe. Die zahlreichen Blüten in flachen Dolden zieren diese Züchtung von Ende Juni bis Mitte August. Die kleinste Sorte ist Spiraea japonica ‚Nana’, die bereits 1879 aus Japan eingeführt wurde. Sie bleibt mit 20 bis 30 Zentimetern Höhe sehr niedrig und entfaltet von Juni bis Juli rosafarbene Blüten in kleinen, leicht runden Doldentrauben.

Neben diesen grünblättrigen Pflanzen gibt es eine ganze Reihe von Sorten, die vor allem wegen der farbigen Blätter attraktiv sind, wobei die rosa bis rosaroten Blüten einen schönen Kontrast zum Laub bilden. So treibt beispielsweise die Sorte ‚Goldmound’ gelbgrüne Blätter aus, die in Gelb übergehen und im Herbst eine rötliche Färbung annehmen. Das Gehölz wird etwa 60 Zentimeter hoch. Bis zu einem Meter Höhe erreicht die Sorte ‚Firelight’. Das zuerst orangerot gefärbte Laub verwandelt sich in Grüngelb mit bronzefarbenen Flecken und hellt sich im Herbst nach und nach auf.

Die dritte Sektion (Spiraia) umfasst einige wenige Arten und deren Sorten, bei denen die Blüten breite oder schlanke, mehr oder weniger große Rispen bilden, die an den Haupt- und Nebenzweigen des Vorjahres erscheinen. Damit sich kräftige, blühfähige Langtriebe bilden, werden die Sträucher im Frühjahr ausgelichtet.

Ein Vertreter dieser Gruppe ist der Oregon-Spierstrauch (Spiraea douglasii). Er wächst straff aufrecht, wird etwa zwei Meter hoch und hat längliche, bis zehn Zentimeter lange Blätter, die auf der oberen Seite dunkelgrün, auf der unteren weißfilzig sind. Im Juni und Juli schmückt sich das Gehölz mit purpurrosa gefärbten Blüten, die in zehn bis 20 Zentimeter langen, aufrecht wachsenden schmalen Rispen zusammenstehen.

Alle Spiersträucher bevorzugen einen sonnigen Standort und entwickeln sich gut auf jedem frischen, mäßig nährstoffreichen Boden. Da sie leicht zu kultivieren und zu vermehren sind, werden sie verhältnismäßig preiswert angeboten.

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