Immobilien : Von Blütezeit zu Blütezeit

Bis zur Ruhephase wird der Ritterstern weiter gepflegt

Peter Busch

In den Wintermonaten ist es eine beliebte Tradition, Zwiebelgewächse auf der warmen Fensterbank zum Blühen zu bringen. Auch der Ritterstern (Hippeastrum) entwickelt in wenigen Wochen imposante Blüten.

Beheimatet ist dieses Narzissengewächs mit ungefähr 70 Arten im tropischen und subtropischen Amerika. Dies sind Klimazonen mit ausgeprägten Trockenzeiten und feuchten Perioden. Aus den heimischen Arten sind durch Kreuzungen zwei verschiedene Gruppen entstanden: die großblütigen Vittatum-Hybriden und die klein- und reich blühenden Gracilis-Hybriden. Die großblütigen Arten gibt es in Farben von dunkelrot bis orange sowie von rosa bis violettrot; außerdem wird eine Fülle von mit weiß gemischten zweifarbigen Sorten angeboten. Die Gracilis-Hybriden sind in Rot, Rosa und Weiß erhältlich.

Die neu gezüchteten Kreuzungen zeigen aber genauso wie die heimischen Arten ein gleiches Verhalten: die strenge Einhaltung der jährlichen Ruhezeit von Ende September bis Anfang Dezember. Meist deutet sich diese Ruhephase bereits Ende August durch eine Gelbfärbung der Blätter an. Die Pflanzen werden von diesem Zeitpunkt an nicht mehr gegossen und bei Temperaturen um 15 Grad Celsius aufbewahrt. Nachdem sich die Blätter vollkommen eingezogen haben, werden sie, beziehungsweise zugekaufte Zwiebeln, Anfang bis Mitte Dezember um- oder eingepflanzt. Man benötigt immer nur einen etwas größeren Topf als zuvor, dessen Boden mit einer Schicht Kies als Dränageschicht gefüllt wird. Lehmig humose Erde entspricht den Kulturbedingungen der Amaryllis. Die Zwiebeln werden so gepflanzt, dass sie zur Hälfte aus dem Boden herausragen. Die Wurzelbärte sollten nicht beschädigt werden.

An einen warmen Ort gestellt, erscheinen bald die Blütenschäfte. Haben diese eine Länge von circa 20 Zentimetern erreicht, wird die Pflanze etwas kühler und hell platziert. Bis zum Austriebsbeginn wird sparsam gegossen, danach mehr; alle 14 Tage wird Flüssigdünger hinzugegeben. Ein kühler Standort während der Blüte verlängert die Blühdauer.

Während – beziehungsweise nach der Blüte – bildet der Ritterstern seine bis zu 70 Zentimeter langen und acht Zentimeter breiten, riemenförmigen Blätter aus. Die Anzahl der gebildeten Blätter bestimmt auch die Zahl der für die nächste Blütezeit vorgebildeten Schäfte. Deswegen wird der Ritterstern nach dem Abblühen weiterhin regelmäßig gegossen sowie vierzehntägig gedüngt und bekommt einen hellen und warmen Standort. Nach den Eisheiligen stehen die Pflanzen auch gut an einem geschützten Platz im Freien. Ältere Rittersterne bilden Nebenzwiebeln heran. Diese werden in kleine Töpfchen extra gepflanzt und zwei, drei Jahre ohne Ruhezeit durchkultiviert.

Die nächste Seite „Haus & Garten“ erscheint am Sonntag, dem 29. Dezember.

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