Immobilien : Vor der Rente die Finanzierung sichern Wie Häuslebauer im Alter einer Überschuldung vorbeugen

Max Herbst

Die Zeiten haben sich geändert. Immer weniger Menschen arbeiten bis zum früher üblichen Eintrittsalter in die Rente. Wer jedoch vor dem 65.Lebensjahr aus dem Berufsleben ausscheidet, bekommt eine niedrigere Rente. Dies sollten Immobilieneigentümer bei ihrer Finanzierung berücksichtigen. Spätestens mit dem 55.Lebensjahr sollten die eigenen vier Wände schuldenfrei sein. Was aber tun, wenn die Schulden zu hoch sind oder die Verträge noch laufen? Bestehende Verträge kann man selten verändern. Doch wenn die Frist für die Zinsbindung endet, kann man vor dem Abschluss eines neuen Vertrages die im folgenden erläuterten Maßnahmen ergreifen.

Grundsätzlich gilt: Läuft eine Zinsbindung aus, sollte man ein Kreditangebot bei einer anderen Bank einholen. Denn diese betrachtet den Schuldner als neuen Kunden. Meistens bedeutet das: niedrigere Zinsen und damit geringere Monatsraten als bei einer Verlängerung des bestehenden Kredits beim alten Geldhaus.

In dem neuen Vertrag sollte sich der Schuldner auf alle Fälle die Möglichkeit von Sondertilgungen einräumen lassen. Dadurch kann er zum Beispiel eine Abfindung des Arbeitgebers zur Reduzierung der Schulden einsetzen. Noch besser ist es, wenn die Bank verschiedene Optionen zum Einsatz von Sondertilgungen einräumt: Dann kann der Schuldner den Geldsegen wahlweise zur Reduzierung der monatlichen Rate einsetzen oder, wie sonst üblich, zur Entschuldung.

Gibt es keine Abfindung oder verfolgt man andere Pläne mit diesem Geld, dann sollte man bei Abschluss eines neuen Vertrages eine sehr lange Festschreibung der Zinsen wählen. Im besten Fall sollte die Zinsbindung bis zur vollständigen Tilgung aller Schulden gelten. Hintergrund: Immer mehr Banken schränken Kreditvergaben an ältere Personen ein. Dadurch bekommen Senioren unter Umständen keine neuen Kredite mehr.

Der Autor ist Eigentümer der Finanzberatung fmh.

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