Immobilien : Vor schneller Unterschrift wird gewarnt

Alte Masche mit dubiosen Steuersparmodellen ist wieder im Kommen

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Die schnelle Unterschrift unter ein verlockendes Steuersparmodell kann teuer werden. Die Verbraucherzentrale Berlin warnt vor einer alten Masche, die derzeit offenbar ihr großes Comeback feiert.

Die dubiosen Steuersparmodelle klängen zunächst sehr gut. Angeblich zahlen sich die zum Erwerb der Anlage erforderlichen Kredite durch Steuerersparnisse und Mieteinnahmen quasi von selbst zurück. Es komme dann meist sehr schnell zum Notartermin. Der Kunde unterschreibe eine „Reservierungsvereinbarung“, die angeblich erforderlich sei, damit eine Bank die Finanzierung übernehmen könne, so die Verbraucherzentrale.

In Wahrheit handle es sich dabei aber um einen Kaufvertrag über eine Wohnung, der abgeschlossen werde, erklären die Verbraucherschützer. Das werde dem Kunden allerdings erst dann klar, wenn es zu spät ist.

Leider klärten auch Notare nicht immer ausreichend über die Verträge und deren Risiken auf. Es werde häufig gegen die Bestimmungen des Beurkundungsgesetzes verstoßen, dass die Verträge vor Unterzeichnung 14 Tage zur Ansicht auszuhändigen seien. In den Verträgen tauchten dann Klauseln auf, dass auf dieses Recht freiwillig verzichtet oder der Vertrag ausgehändigt worden sei.

Die Folgen seien fatal, erklärt die Verbraucherzentrale: Übereilt sei dann eine nicht werthaltige Immobilie zu einem überhöhten Preis gekauft und über einen ungünstigen Kredit finanziert worden. Unklar sei dann, ob sich die Wohnung tatsächlich, wie versprochen, zum angegebenen Preis vermieten lässt. „Selbst die so genannte Mietgarantie sichert hier keinesfalls den Erwerber ab“, erklärt die Verbraucherzentrale. Und ob der Bauträger nach zehn Jahren noch existiert und die Wohnung, wie versprochen zurückkauft, stehe ebenfalls in den Sternen.

Auch der Verein für Existenzsicherung warnt vor dem Erwerb von Steuersparmodellen. Derzeit gebe es überhaupt keine nennenswerten Abschreibungen, die eine Immobilieninvestition lukrativ machen. Wie bereits berichtet sind lediglich Investitionen in Baudenkmäler und in Sanierungsgebieten durch erhöhte Abschreibungsmöglichkeiten begünstigt. Doch diesen Vorteilen stehen schwer kalkulierbare Nachteile gegenüber: Wer ein Baudenkmal sanieren oder umbauen will, muss für fast alle Arbeiten das Einverständnis des Denkmalschützers einholen und vielfach teure, weil seltene Baustoffe einsetzen. In Sanierungsgebieten müssen die Beauftragten der Bezirke die Arbeiten genehmigenAP/Tsp

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