Immobilien : Weniger Häuser unter dem Hammer

2005 war der bisherige Höhepunkt: 92 500 Immobilien wurden versteigert.

In Deutschland kommen deutlich weniger Immobilien unter den Hammer – dank niedriger Arbeitslosigkeit und einer hohen Nachfrage nach sicheren Anlagen. Nach Angaben des Jahresberichtes des Fachverlages Argetra brach im abgelaufenen Jahr die Gesamtzahl der Termine für Zwangsversteigerungen an den deutschen Amtsgerichten auf den niedrigsten Stand seit 2001 ein. Auch der Gesamtwert der zu versteigernden Immobilien ist so niedrig wie schon seit vielen Jahren nicht mehr. Für 2011 listet der Verlag bundesweit 73 000 Gerichtstermine für Zwangsversteigerungen von Immobilien auf. Das sind gut elf Prozent weniger als 2010. In allen Bundesländern wurde ein Rückgang beobachtet. „Die hohe Nachfrage nach Immobilien aufgrund der Finanzmarktkrise erlaubt es so manchem Eigentümer, im freihändigen Verkauf die Versteigerung abzuwehren“, sagte Geschäftsführer Axel Mohr. Dies dürfte zum Rückgang beigetragen haben. Das Niveau der Zwangsversteigerungen sei aber insgesamt weiter hoch.

Der bisherige Höhepunkt fand im Jahr 2005 mit bundesweit mehr als 92 500 Terminen statt. Der Rückgang 2011 ist bereits der vierte in Folge. Für 2012 rechnet der Verlag mit einem leichten Rückgang der Zwangsversteigerungstermine, da zunehmend im Vorfeld der Gerichtstermine Verkäufe stattfänden. Außerdem wechselten in guten Lagen Immobilien bereits im ersten Anlauf den Besitzer. Die Zweit- und Dritttermine nähmen deutlich ab.

Die Summe der amtlich festgesetzten Verkehrswerte sank 2011 gegenüber 2010 um fast 15 Prozent auf 11,6 Milliarden Euro. Damit wurde der langjährige Tiefstand aus dem Jahr 2000 unterschritten: Damals wurden Zwangsversteigerungen für 57 600 Immobilien mit einem Gesamtverkehrswert von umgerechnet 12,99 Milliarden Euro anberaumt. Gegen den bundesweiten Trend stieg die Summe der Verkehrswerte 2011 lediglich in Bremen (0,2 Prozent) und im Saarland (3,5 Prozent).

Bei gut einem Drittel der anberaumten Zwangsversteigerungen kamen 2011 Ein- und Zweifamilienhäuser unter den Hammer. Bei knapp einem Drittel handelte es sich um Eigentumswohnungen. Bei einem weiteren Drittel geht es um Wohn- und Geschäftshäuser sowie Grundstücke. dpa

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