Immobilien : Wenn der Job nicht zu mir kommt – jeder Beleg zählt

Was ist alles zu tun, wenn man wegen einer Arbeitsstelle Stadt und Heim wechseln muss?

Miriam Braun

Für Berliner und Brandenburger keine ungewohnte Situation: Neuer Job – aber leider am anderen Ende von Deutschland. Wegen einer Arbeitsstelle umziehen zu müssen, ist in diesen Zeiten keine Seltenheit. Die Kosten werden oft sogar vom neuen Arbeitgeber übernommen. Aber wie bei jedem Umzug gilt auch beim Ortswechsel für den Job: Je früher man den Umzug plant, desto entspannter wird er.

Dabei gibt es zwei Arten für einen Job umzuziehen: Entweder man tritt einen ganz neuen Job an oder wird vom bisherigen Arbeitgeber an eine neue Geschäftsstelle versetzt. Gerade in großen Firmen gibt es oft Rahmenverträge mit Umzugsunternehmen, die den Umzug im Auftrag der Firma komplett übernehmen. Die Personalabteilungen treten dann an den Arbeitnehmer heran und informieren über die Umzugsoptionen – aber auch Fragen kostet nichts.

Die Unterstützung beim Umzug ist von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Manchmal wird für die Zeit der Wohnungssuche am neuen Arbeitsort ein Zimmer gemietet oder ein Hotelzimmer übernommen. Manche Unternehmen bieten auch Beihilfen für nötige Neuausstattungen, kommen für doppelt gezahlte Mieten auf oder bezahlen einen Pendelzuschlag. Auch das sollte man am besten im individuellen Gespräch mit dem Arbeitgeber klären.

Falls man vorher arbeitslos war und einen Wohnortwechsel in Kauf nimmt, um eine neue Stelle zu bekommen, kann es auch eine Kostenerstattung über die Arbeitsagentur geben. Ansonsten kann man bei berufsbedingtem Wohnortwechsel die Umzugskosten immerhin steuerlich als Werbungskosten absetzen. Dazu gehören Speditionskosten, doppelte Mietkosten, Makler-, Fahrt- und Reisekosten sowie weitere sonstige Umzugskosten.

„Heben Sie in jedem Fall alle Rechnungen und Belege auf“, empfiehlt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund in Berlin. Entweder wird eine Pauschale angesetzt: „Die liegt für Alleinstehende bei 561 Euro, für Verheiratete bei 1121 Euro und für jedes weitere Familienmitglied bei 247 Euro.“ Besser ist aber der Einzelnachweis – oft liegen die tatsächlichen Kosten für den Umzug über der Summe, die das Finanzamt pauschal anerkennt. Aber: Zahlt der Arbeitgeber einen Umzugszuschuss, muss dieser von den absetzbaren Kosten abgezogen werden.

Und dann kommt wieder die Sache mit der Zeit: „Meist wird die für den Umzug und Vorbereitungen nötige Zeit zu knapp angesetzt“, hat Umzugsberater Johannes Wörle beobachtet. Wer es schon einmal mitgemacht hat, weiß: Es kann dauern, einen Nachmieter zu finden, der die Wohnung dann noch rechtzeitig übernehmen soll. Zeit braucht es auch, um Dinge auszumisten oder den Keller zu entrümpeln. Und wenn man neue Möbel oder eine neue Küche plant, muss man unter Umständen mit relativ langen Lieferzeiten planen. „Auch bei der Ummeldung von Telefon- und DSL-Anschluss ist oft mit einigen Wochen Bearbeitungszeit zu rechnen“, so Wörle.

Und auch für das Kündigen der alten Wohnung gilt eine Frist von drei Monaten. „Die Kündigung muss schriftlich erfolgen, und alle im Mietvertrag als Mieter bezeichneten Personen müssen unterschreiben“, erklärt Ulrich Ropertz. Schwieriger wird es, wenn eine Kündigung für einen bestimmten Zeitraum vertraglich ausgeschlossen oder eine Mietdauer festgelegt wurde. „Dann muss der Vermieter mit einem vorzeitigen Mietaufhebungsvertrag einverstanden sein“, sagt Ropertz. Manchmal ist bei Auszug auch eine Renovierung notwendig. Allerdings sollte man das genau prüfen, da der Bundesgerichtshof dazu in letzter Zeit eine ganze Reihe von Klauseln für unwirksam erklärt hat. Zum Beispiel: „Unwirksam sind Klauseln, die eine Renovierung für jeden Auszug verlangen“, erklärt Ropertz. Üblich sei es, Küche, Bad und Duschräume alle drei Jahre zu renovieren, Wohn- und Schlafräume, Flur, Diele und Toilette alle fünf Jahre und andere Nebenräume alle sieben Jahre.

Wird die Sache dann konkret, stellt sich die Frage: Selbst schleppen oder eine Spedition beauftragen? Für die Profis spricht, neben der (hoffentlich) vorhandenen Erfahrung, auch deren Versicherungsschutz, falls etwas zu Bruch geht. Kosten dämpfen kann man, indem man auf Rundum-Sorglos-Pakete verzichtet und selbst zum Beispiel das Packen oder Montieren übernimmt.

Und, nicht zuletzt: Schwere Gegenstände gehören nach unten, leichte immer nach oben. Und auch kräftige Männer haben keinen Spaß daran, 40 Kilogramm schwere Kisten zu hieven. Daher sollten Kisten höchstens 10 bis 15 Kilo schwer sein – damit das Tragen nicht zum Kraftakt wird. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben