Immobilien : Wenn es zwischen Ablesern und Mietern funkt

Ist es richtig, dass beim Erfassen des Wärmeverbrauchs keine Kontrollbelege mehr erstellt werden?

WAS STEHT INS HAUS?

Kürzlich wurden bei mir in der Wohnung der Wärmeverbrauch an den Heizkörpern und der Wasserverbrauch abgelesen. Mit großer Verwunderung musste ich erfahren, dass mir der betreffende Ableser der ISTA keinen Beleg über die übermittelten Daten überreichte. Begründet wurde dies mit der Nutzung der „modernen“ Übertragungsform per Funk von den Geräten an den Heizkörpern. Dieses intransparente Vorgehen ist für mich in keiner Weise akzeptabel. Kann der Vermieter gezwungen werden, die notwendige Transparenz und Überprüfbarkeit der Daten wiederherzustellen?

WAS STEHT IM GESETZ?

Der Vermieter bzw. seine von ihm beauftragte Abrechnungsfirma hat sich im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben gehalten. Die Heizkostenverordnung schreibt grundsätzlich vor, dass die Heizkosten in Gebäuden mit Zentralheizung verbrauchsabhängig abgerechnet werden. Dazu müssen die Räume mit entsprechenden Geräten ausgestattet sein, die den Verbrauch an Wärme und Warmwasser erfassen. Nach Ende der Abrechnungsperiode müssen die Geräte abgelesen werden. In vielen Gebäuden sind mittlerweile Funkgeräte installiert, was für den Mieter den Vorteil hat, dass er sich nicht um die Einhaltung eines vorgegebenen Ablesetermins kümmern muss. Nach dem Gesetz soll dem Mieter das Ergebnis der Ablesung in der Regel innerhalb eines Monats mitgeteilt werden. Es ist also grundsätzlich vorgeschrieben, dass der Mieter zur Kontrolle einen Ablesebeleg erhält. Gleichzeitig wird aber bestimmt, dass eine gesonderte Mitteilung nicht erforderlich ist, wenn das Ableseergebnis über einen längeren Zeitraum in den Räumen des Mieters gespeichert ist. Zusätzliche Voraussetzung dafür ist, dass er es auch selbst abrufen kann. Sind Warmwasserzähler eingebaut, bedarf es hierfür ebenfalls keiner gesonderten Mitteilung. Der hinter dieser Regelung stehende Gedanke ist, dass der Mieter das Ableseergebnis später noch kontrollieren kann, wenn die Heizkostenabrechnung eintrifft. Sie lassen sich dann mit den im Gerät gespeicherten Werten abgleichen.

UND WIE STEHEN SIE DAZU?

Jahrzehntelang war es üblich, dass der Mieter anlässlich der Ablesung einen Beleg erhielt. Mit der Verbreitung moderner Erfassungsgeräte mit Speicherfunktion (mit oder ohne Funkübertragung) verzichteten die Abrechnungsfirmen – auch aus Kostengründen – zunehmend darauf, den Mieter gleichzeitig mit einem Beleg über die Ableseergebnisse zu informieren. Das inzwischen weit verbreitete beleglose Verfahren ist für den Mieter intransparent, da er häufig nicht ausreichend darüber informiert wurde, wie die Verbrauchswerte abgelesen werden können. Außerdem besteht die Kontrollmöglichkeit bei fehlendem Ablesebeleg oftmals erst nach großer zeitlicher Verzögerung. Bei einer Ablesung für das Kalenderjahr am 31. Dezember kann sich der Vermieter mit der Zusendung der Heizkostenabrechnung bis zu einem Jahr Zeit lassen.

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