Immobilien : Wenn leise der Putz von der Wand rieselt Außenfassaden sollten nur Fachleute ausbessern

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Wände aus Mauersteinen und Beton werden in Deutschland traditionell mit einer Putzschicht aus Mörtel geschützt. Im Innenbereich dient Putz vor allem als ebener Untergrund für Tapeten, Anstriche oder Verkleidungen. Im Außenbereich schmückt Putz die Fassade und schützt das Mauerwerk vor der Witterung.

Um Geld zu sparen, überlegt mancher Heimwerker, seine Wände selbst zu verputzen. Baustoffhandlungen bieten verarbeitungsfreundliche Materialien an. „Im Außenbereich bedeutet dies wegen der großen Flächen jede Menge Arbeit“, sagt Robert Engelhardt von der Deutschen Heimwerker Akademie. Auch das Beschichten von Außenfassaden mit Kelle und Mörtel erfordert viel Übung und handwerkliches Geschick. Solche Putzarbeiten sind nur für Heimwerker zu empfehlen, die bereits viel Erfahrung haben. Denn beim Verarbeiten von Außenputz gilt es viele bauphysikalische Vorgänge zu beachten, um die Fassade zuverlässig gegen Wind, Regen und Temperaturschwankungen zu schützen.

Wände und Decken in Innenräumen kann ein Heimwerker dagegen selbst verputzen, sagt Engelhardt. Allerdings setzt dies ein wenig Übung voraus. Als Material für den Grundputz eignen sich für fast alle Räume mineralische Putze, die atmungsaktiv sind. Für Räume mit besonderer Belastung wie Treppenhäuser ist synthetischer Putz empfehlenswert. In Nassräumen wie Bädern ist statt des üblichen Gips- oder Gipskalkputzes ein Kalkzement- oder Zementputz ratsam. Dieser beugt der Schimmelpilzbildung vor.

Eine Alternative zu konventionellem Putz ist Lehmputz, den es als vorgefertigte Mischung zu kaufen gibt. Er eignet sich besonders für Heimwerker, da er sich in trockenem Zustand jederzeit wieder anfeuchten und neu verarbeiten lässt. Unebenheiten lassen sich auf diese Weise im Nachhinein korrigieren.

Eine wichtige Voraussetzung zum erfolgreichen Verputzen ist die richtige Vorbereitung des Untergrundes. Mauerwerk, Beton oder Gipskarton erfordern eine jeweils andere Behandlung, damit sie haft- und saugfähig werden. Daher muss die Fläche vor der Untergrundbehandlung immer mit einem Besen oder einer Bürste gereinigt werden.

Für Tapeten und Anstriche kommt ein Grundputz auf die Wand. Auf sie kann aber auch ein zusätzlicher dünner Dekorputz aufgetragen werden. Fachleute unterscheiden hier Reibe-, Roll- oder Strukturputze. Für Heimwerker leicht zu verarbeiten ist Rollputz. Er wird wie Farbe mit einer Lammfellrolle aufgebracht. Wie alle Dekorputze lässt er sich mit einer Strukturrolle, Kelle, Pinsel oder Spachtel bearbeiten. dpa/gms

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