Immobilien : Wer einen Immobilienfonds zeichnet, muss meistens auch haften

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Wer Geld in einen Immobilienfonds investiert, wird Mitglied einer Gesellschaft und haftet damit auch für „sein“ Unternehmen. Das ist die Voraussetzung dafür, dass der Fiskus die Investition anerkennt und der Anleger das investierte Geld von seinem zu versteuernden Einkommen abziehen – und Steuern sparen kann. Die Kehrseite der Medaille: Unternehmer müssen für ihre Geschäfte haften. In welchem Umfang dies geschieht, das hängt von der gesellschaftsrechtlichen Form der „Firma“ ab. Fonds sind oft als Gesellschaften bürgerlichen Rechts (GbR) gestrickt. Hier haften Zeichner mit ihrem gesamten Vermögen. Da an Fonds meistens mehrere Gesellschafter beteiligt sind, haftet jeder einzelne quotal: Wer zehn Prozent zum Eigenkapital der Gesellschaft beisteuerte (siehe nebenstehende Reportage), muss auch zehn Prozent etwaiger Schulden bezahlen. Diese scheinbar kleine quotale Haftung kann teuer zu stehen kommen. Denn viele GbRFonds hatten sich bei Banken hoch verschuldet: Kredite über 70 Prozent der gesamten Investitionssumme waren üblich. Die fälligen Zinsen müssen die Anleger zahlen, wenn der Fonds nicht genügend Miete einnimmt. Weniger dramatisch ist die Lage, wenn der Anleger sich an einer Kommanditgesellschaft (KG) beteiligte. Hier ist seine Haftung in der Regel auf die Höhe der Einlage begrenzt: Braucht der Fonds frisches Kapital, dann kann der Anleger einen Nachschuss ablehnen. Dann scheidet er jedoch aus dem Fonds aus und verliert das ursprünglich investierte Kapital. In einigen Fällen konstruierten Fondsmanager KGs mit höheren Haftungssummen. Der Vorteil für den Anleger: Als er dem Fonds beitrat, hatte er höhere Steuervorteile. Die Kehrseite im Fall einer Notlage des Fonds: Die Gesellschaft kann ihn zu einem Nachschuss in Höhe der erhöhten Haftungssumme zwingen.ball

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