Immobilien : „Wir haben Konsequenzen gezogen“

Immobilienhändler Horst Bogatz über umstrittene Verkaufspraktiken und einen verlorenen Prozess

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Ihre Firma machte Schlagzeilen, weil sie Immobilien verkauft, indem sie Käufern verspricht, sie bekommen dann 50 Prozent ihrer Steuern zurück. Wie soll das gehen?

Wir verkaufen denkmalgeschützte Immobilien, und da sind bis zu 70 Prozent des Kaufpreises Sanierungsaufwand. Dieser ist mit zehn Prozent jährlich abzugsfähig.

Bei dem uns vorliegenden Fall gab es diese Vorteile nicht. Dennoch warb man mit Steuervorteilen aus einer angeblichen Sozialen Wohnwirtschaft. Was soll das sein?

Mit dem Begriff arbeite ich nicht. Wir haben aber freie Mitarbeiter, die uns Kunden zuführen. In unserem Vertrieb wird dieser Begriff verwandt. Im Unternehmen spricht man von sozialer Wohnwirtschaft, wenn man ein Miethaus kernsaniert, und für monatlich sechs Euro je Quadratmeter vermietet wird.

Ist diese Werbung nicht irreführend, indem sie vortäuscht, es handle sich um subventionierten, sozialen Wohnungsbau?

Wir werden die Praxis überdenken.

Sie bieten „Rundum-Sorglos-Pakete“ mit Verwaltung und garantierten Mieteinnahmen an. Ein Urteil liegt gegen Sie vor, weil Sie keine Verwalterabrechnungen vorlegten. Warum?

Ich halte das Urteil für falsch. Die Gesellschafter der Verwalterfirma waren nicht mehr auffindbar. Daher hat man sich an mich gewandt. Ich prüfe, ob ich das Urteil anfechte.

Aber das ist doch eine Wohneigentumssache. Der Rechtsweg endet in dieser Instanz. Wie wollen Sie gegen das Urteil vorgehen?

Wir haben das, was wir bezahlen mussten, bezahlt. Und wir haben unsere Konsequenzen gezogen und arbeiten nur noch mit renommierten Unternehmen.

Auf der Kundensuche setzen Sie auf Telefonkontakte. Das ist nach Auffassung der Verbraucherzentrale unseriös. Was meinen Sie?

Die Hauptschiene unserer Akquise sind die Empfehlung zufriedener Kunden.

Experten raten Anlegern stets davon ab, Immobilien ohne eigenes Geld zu erwerben. Sie bieten dennoch Vollfinanzierungen. Warum?

Oft haben Kunden kein Eigenkapital und nehmen daher die Vollfinanzierung in Anspruch. Mit dem Einsatz von Eigenkapital ist aber die Rendite besser.

Das Gespräch führte Ralf Schönball.

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