Wohn-Riester : Riester wird sesshaft: Wohnen mit Hilfe des Staates

Jetzt werden auch Immobilien als Altersvorsorge gefördert. Wir beantworten die Fragen dazu.

Ab sofort gibt es den Wohn-Riester. Damit können nun auch Häuslebauer und Wohnungskäufer von den staatlichen Zuschüssen für die Altersvorsorge profitieren: Sparverträge für die staatlich bezuschusste Riester-Rente können auch für Hausbau oder Kauf von Wohneigentum genutzt werden. Banken und Bausparkassen haben dazu bereits die ersten Produkte mit Riester-Förderung auf den Markt gebracht. Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen dazu.

WAS IST WOHN-RIESTER?

Wohn-Riester ist eine zusätzliche Form der privaten Altersvorsorge. Riester-Sparer können mit dem Wohn-Riester ihr Geld künftig nicht nur in Fonds- und Banksparpläne oder fondsgebunde Rentenversicherungen einzahlen, sondern auch für den Hausbau oder den Kauf einer Immobilie verwenden. Allerdings muss der Sparer die Immobilie selbst bewohnen und darf sie nicht vermieten.

WIE FUNKTIONIERT WOHN-RIESTER?

Die Sparer zahlen – wie bei anderen Riester-Produkten auch – vier Prozent ihres Jahreseinkommens in ihren Vertrag ein, maximal 2100 Euro. Dieses Geld kann beim Wohn-Riester in vollem Umfang für den Hausbau oder -kauf aus dem Vertrag entnommen werden, mit allen staatlichen Zulagen. Bis Ende 2009 können Bauherren und Hauskäufer ihr Riester-Vermögen aber nur anzapfen, wenn die Sparsumme über 10 000 Euro liegt. Darüber hinaus kann das Geld auch entnommen werden, um im Alter eine Immobilie zu entschulden.

IST EIN SPEZIELLER VERTRAG NÖTIG?

Nein. Das Geld für eine Wohnung kann auch aus einem bereits bestehenden Vertrag entnommen werden. Seit Monatsanfang haben die Behörden allerdings zahlreichen neuen Produkten grünes Licht gegeben, die speziell auf Wohn-Riester zugeschnitten sind.

WIE HOCH IST DIE FÖRDERUNG?

So hoch wie bei allen Riester-Produkten: Jeder Sparer bekommt jährlich vom Staat 154 Euro. Für jedes Kind bekommt er 185 Euro, für ab 2008 geborene Kinder jeweils 300 Euro. Für Gutverdiener, die einen höheren Steuersatz haben, kann die Förderung höher liegen.

WER BIETET PRODUKTE AN?

In einem ersten Schritt werden vor allem Bausparkassen und Sparkassen die neuen Produkte anbieten. Die Sparkassen haben rund 400 Produkte angemeldet, die Bausparkassen rund 40. Andere Banken halten sich bis jetzt noch zurück.

WIE SEHEN DIE VERTRÄGE AUS?

Es wird wohl zwei große Gruppen geben: Zum einen Verträge, die nach dem Hauskauf für das Abzahlen eines Darlehens genutzt werden können. Außerdem bieten die Bausparkassen eigene Produkte an, die ähnlich wie Bausparverträge funktionieren. Hier wird zunächst Eigenkapital für den Eigenheimkauf angespart. Dann wird das angesparte Geld für das Abzahlen des Kredits entnommen.

WAS, WENN ICH EINE IMMOBILIE HABE?

Wenn die Immobilie seit Anfang 2008 gekauft wurde, kann sie in die Förderung einbezogen werden. Für vorher erworbene Häuser oder Wohnungen gibt es nichts. Wer das Riester-Vermögen aber erst im Alter für die Entschuldung einer Wohnung nutzt, kann dies auch für vor 2008 gekaufte Immobilien tun.

WERDEN STEUERN FÄLLIG?

Normalerweise müssen auf Riester-Renten Steuern gezahlt werden. Wer aber mit dem Geld ein Haus oder eine Wohnung kauft, bekommt im Alter keine Zahlungen, die besteuert werden könnten. Die Lösung: Für einen Wohn-Riester-Sparer wird ein fiktives Konto geführt, auf dem die Einzahlungen summiert und mit zwei Prozent verzinst werden. Bei Beginn der Rente wird dann berechnet, wie viel Steuern binnen 25 Jahren Rente fällig wären. Diese Summe kann der Riester-Sparer während seiner Rente dann jährlich abzahlen oder mit 30 Prozent Rabatt sofort.

WAS, WENN ICH VERKAUFE?

Dann müssen Teile der Riester-Förderung wieder zurückgezahlt werden. (afp)

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