Wohnen in Berlin : Trendviertel allerorten

Von Mitte nach Grunewald, vom Majakowskiring nach Karlshorst – jede Wohnlage bietet ihre eigenen Vorzüge.

von
Großstadtleben rund um die Uhr ist in Berliner Innenstadtlagen gleich um die nächste Ecke zu finden.
Großstadtleben rund um die Uhr ist in Berliner Innenstadtlagen gleich um die nächste Ecke zu finden.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

In zweieinhalb Wochen wird es spannend. Dann wird das Immobilienunternehmen Frankonia Eurobau das Ergebnis des Architektenwettbewerbs vorstellen, den es für die Bebauung des Schinkelplatzes ausgelobt hat. Das Areal neben der Friedrichswerderschen Kirche in Mitte gilt als eine der teuersten und exklusivsten Wohnlagen in Berlin, wie der Investor selbstbewusst unterstreicht: Als Nachbar des Auswärtigen Amts, des Kronprinzenpalais und des in Bau befindlichen Humboldt-Forums habe der Standort „eine ganz besondere Bedeutung für Berlin“.

Wohnen im historischen Zentrum Berlins – das ist für manche der Gipfel der Exklusivität. Doch nicht für alle. Denn Berlin besteht aus zahlreichen Kiezen. Entsprechend unterschiedlich sind die Vorstellungen der Menschen, was für sie Exklusivität bedeutet: Während es für die einen der Inbegriff des Glücks ist, eine Wohnung im pulsierenden Kreuzkölln mit seinen Bars und Clubs zu ergattern, stellen sich andere unter exklusivem Wohnen ein Penthouse in Mitte oder eine Villa in Dahlem vor.

Welches sind also die exklusivsten Wohnlagen der Hauptstadt? Bleiben wir zunächst in Mitte. Hier sind es die Straßenzüge rund um Gendarmenmarkt und Unter den Linden, die vor allem bei ausländischen Interessenten das höchste Prestige genießen. Das Frankonia-Projekt am Schinkelplatz ist dabei keineswegs das einzige Neubauvorhaben, das die Lagequalitäten von Mitte ins Feld führt. Mit der zentralen Lage unweit der Friedrichstraße und des Boulevards Unter den Linden argumentieren beispielsweise auch die Baywobau und die Artprojekt-Gruppe, die unlängst ihr von David Chipperfield entworfenes Palais Varnhagen vorgestellt haben: 52 Wohnungen für Quadratmeterpreise von bis zu 12 800 Euro, die laut Artprojekt-Chef Thomas Hölzel „internationalem Anspruch“ genügen sollen.

Nun hat eine Adresse nahe Unter den Linden zwar zweifellos einen guten Klang. Berliner wissen jedoch, dass das von Anwaltskanzleien, Landesvertretungen und Touristengruppen geprägte Bild dieses Teils von Mitte wenig mit dem wirklichen Leben zu tun. Anders ist das in der City-West. Hier gibt es nicht nur großzügige Gründerzeitwohnungen, sondern auch ein urbanes Ambiente mit Cafés, Restaurants und Läden – und vor allem ein Straßenbild, das auch abends belebt ist.

„Das Zugpferd in der City-West ist schon seit jeher der Kurfürstendamm mit seinen Seitenstraßen“, stellen die Makler von Engel & Völkers fest. „Besonders nachgefragt werden hochwertige Wohnimmobilien zwischen Knesebeck- und der Leibnizstraße.“ Aber auch Fasanenplatz und Ludwigkirchplatz zählen zu den Favoriten. Kein Wunder, dass hier die Preise besonders hoch sind: Laut dem Wohnmarktreport der Beratungsgesellschaft CBRE und des Wohnungsunternehmens GSW wurde 2013 für Wohnungen im Postleitzahlbezirk 10623 (die Gegend zwischen Ku’damm und Hardenbergstraße) eine stolze Miete von durchschnittlich 11,50 Euro pro Quadratmeter verlangt.

Seite 1 von 2 Artikel auf einer Seite lesen

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben