Immobilien : Wohnen unter Palmen

Markisen oder Rollos schützen nicht nur die Pflanzen im warmen Wintergarten

Helga Panten

Der Kontrast könnte größer nicht sein: Drinnen tropische Üppigkeit, draußen winterliche Kälte. Warme Wohn-Wintergärten machen es möglich.

Viele Pflanzen fühlen sich in den verglasten Räumen wohl. Damit Tropenlandschaften im Kleinen funktionieren, müssen die Temperaturextreme mit Hilfe von Heizungen und Lüftungen gemildert werden. Für tropische Arten wie Kaffeestrauch, Medinilla oder die Pachyra mit ihren meist geflochtenen Stämmen sind Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad Celsius optimal.

Läuft die Heizung während des Winterurlaubs oder am Wochenende nur auf Sparflamme, wird es tropischen Gewächsen rasch zu kalt. Nächtliche zehn Grad Celsius sind für den Geweihfarn, die Gelbe Dickähre (Pachystachys lutea) oder den mächtigen Baumfreund (Philodendron bipinnatifida) das Minimum. Andere, wie der Kaffeestrauch, bekommen dann bereits Wachstumsstörungen und verlieren deutlich an Vitalität.

Genauso problematisch wird es für die Pflanzen im Sommer, wenn die Sonne auf das Glashaus brennt. Für etliche Pflanzen liegt das Maximum bereits bei 35 Grad. Hat das Sonnenlicht ungehinderten Zugang zum Wintergarten, steigt die Hitze aber rasch auf 50 Grad und mehr. Nicht nur Goldfruchtpalme, Anthurie und Steckenpalme (Rhapis excelsa) bekommen dann Verbrennungen an den Blättern. Hier helfen Markisen und Rollos – am besten von außen, so dass sich der Glasraum gar nicht erst aufheizt. Sie sollten automatisch gesteuert werden, damit die Pflanzen nicht verbrennen, wenn niemand zu Hause ist.

Eine andere Möglichkeit ist die Auswahl von Hitze und Sonne liebenden Arten. Wer dabei nur an Kakteen denkt, liegt falsch. Viele der Stachelpflanzen sind sogar gänzlich ungeeignet, weil sie aus ihrer Heimat Winterkühle gewöhnt sind. Aber es gibt andere Vertreter, die durch dickfleischige Blätter und Stämme oder graue Behaarung ihre Anpassung an die Hitze signalisieren. Die bizarre Beaucarnea zeigt das deutlich durch ihren verdickten Fuß. Dickfleischige Blätter sind für Crassula und Aloe typisch. Zu der ersten gehört der Pfennigbaum mit seinen zum Teil nur polsterartig wachsenden Verwandten. Neben der beliebten Aloe vera gibt es weitere Aloe-Arten mit verschieden großen Blattrosetten.

Ist die Schattierung bei den Urwaldpflanzen ein absolutes Muss, brauchen die Pflanzen der Wüsten und Halbwüsten eine gut steuerbare Belüftung. Denn selbst diesen Arten kann die Sonne hinter Glas zu viel werden, wenn der Luftaustausch fehlt. Außerdem sollten sich ja auch die Menschen im Wintergarten wohl fühlen. Damit der Luftaustausch funktioniert, sollte möglichst großflächig geöffnet werden können. dpa/gms

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