Wohnnebenkosten : Teures Berlin

Laut Steuerzahlerbund fallen in Berlin die höchsten Wohnnebenkosten an. Berliner Finanzverwaltung weist die Zahlen als falsch zurück.

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Teures Pflaster. Die Grundsteuer B ist im Vergleich der Landeshauptstädte in Berlin am höchsten.
Teures Pflaster. Die Grundsteuer B ist im Vergleich der Landeshauptstädte in Berlin am höchsten.Foto: imago/Kraehn

Die Berliner Finanzverwaltung hat der Darstellung des Bundes der Steuerzahler widersprochen, nach der Berlin mit Blick auf die Wohnnebenkosten die teuerste Landeshauptstadt in Deutschland ist.

Der Bund der Steuerzahler hatte errechnet, dass in Berlin jährlich nach einer Modellrechnung 2156,69 Euro fällig werden, wenn man die Gebühren für Schornsteinfeger sowie für Strom und Gas ausnimmt und von einer Grundstücksfläche von 500 Quadratmeter ausgeht. Dem Vergleich lagen diese weiteren Annahmen zu Grunde: Drei-Personen-Haushalt, Einfamilienhaus mit Gasheizung, zweigeschossig, 15 Frontmeter in einer Anliegerstraße, innerstädtische Lage, ein Grundsteuermessbetrag von 100 Euro und der Rechtsstand 2016.

Im Detail ging es bei der Berechnung um die Gebühren für Wasser, Schmutzwasser und Niederschlagswasser, Abfallbeseitigung und Straßenreinigung, für den Winterdienst und den Anwohnerparkausweis sowie für den Rundfunkbeitrag und die Grundsteuer. Vor allem der Vergleich der letzten Position mit Grundsteuerkosten in anderen Landeshauptstädten hatte die Hauptstadt an die Spitze der Preisskala katapultiert. Der Steuerzahlerbund kam auf 810 Euro.

Das sei falsch, ließ Berlins Senator für Finanzen mitteilen, der sich persönlich auch via Facebook einschaltete. Die Zahlen entsprächen nicht der Realität. „Sie sind nicht mal knapp daneben, sondern deutlich“, schrieb Matthias Kollatz-Ahnen. Seine Sprecherin erläuterte: „Hinsichtlich der Grundsteuer enthält die Untersuchung einen groben Fehler: Was hier als Grundsteuer-Jahresbelastung pro Haushalt verkauft wird, ist in Wirklichkeit eigentlich der Grundsteuer-Hebesatz, aus Vereinfachungsgründen multipliziert mit einem Messbetrag von 100 für jede Stadt. Genau diese Vereinfachung geht aber nicht, weil die Messbeträge gerade nicht einheitlich sind.“

Der Bund der Steuerzahler betonte, im Wohnnebenkosten-Vergleich werde nicht die durchschnittliche Grundsteuerbelastung in den 16 Landeshauptstädten gegenübergestellt. Berlin sei bei der Grundsteuer B am teuersten, die Darstellung sei richtig.

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