Immobilien : Zerkratzte Scheiben sind Mietmängel

Mieter müssen optische Beeinträchtigungen nicht auf Dauer hinnehmen. Wenn ein Laden oder eine Wohnung in einem einwandfreien Zustand an Mieter übergeben werden, dann stellen zum Beispiel zerkratzte Glasscheiben einen Mangel dar. Darauf weist der Deutsche Mieterbund hin und beruft sich dabei auf eine Entscheidung des Landgerichts Berlin (Az.: 32 O 84/07). Im verhandelten Fall hatten die Mieter eines Supermarktes ihrem Vermieter mehrfach sogenannte Scratching-Schäden an den Türen angezeigt. Der Vermieter weigerte sich, die Scheiben reparieren zu lassen – die Beseitigung sei unverhältnismäßig und der vertragsgemäße Gebrauch der Mietsache weder gemindert noch aufgehoben. Darauf ließen die Mieter die Scheiben selbst austauschen. Die Kosten stellten sie dem Vermieter in Rechnung – zu Recht, wie die Richter entschieden. Durch die Kratzer werde die Optik des Objekts erheblich verschlechtert. Bei dem von den Mietern der Räume betriebenen Supermarkt komme es auch auf das Erscheinungsbild an. Es sei nicht auszuschließen, dass Kunden sich von einem schlechten Äußeren beeinflussen lassen. Der Fall sei auch auf Wohnräume übertragbar.dpa

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