Immobilien : Zuhause auf Zeit gesucht

Wie die Wohnung richtig untervermietet wird.

Ob es für ein berufliches Projekt oder das Pflichtpraktikum im Studiengang ist: Manchmal muss man die Wohnungstür für einige Wochen bis Monate hinter sich zumachen, und höchstens noch der Nachbar kommt vorbei, um die Pflanzen zu gießen. Wer keinen hat, der sich um Pflanzen und Fische kümmert, und wer vor allem ein wenig Geld fürs Leben in der anderen Stadt braucht, kann sein Zuhause untervermieten.

Der Vermieter muss dafür aber erst seine Erlaubnis geben. „Schließlich wohnt dann jemand anderes in der Wohnung als der, den sich der Vermieter ausgesucht hat“, erklärt Anja Franz vom Mieterverein München. Eine Untervermietung der kompletten Wohnung könne der Vermieter sogar ohne Angabe von Gründen verbieten. Anders gestalte es sich bei der Vermietung von einzelnen Zimmern, sagt Hermann-Josef Wüstefeld vom Deutschen Mieterbund in Berlin. „Nur wenn es einen triftigen Grund gibt, darf der Vermieter die Untermiete untersagen.“ Ein solcher Grund tritt laut Rechtsanwalt Wüstefeld ein, wenn ein Zimmer beispielsweise an eine vierköpfige Familie untervermietet werden soll. In diesem Fall ist das Zimmer überbelegt. In allen anderen Fällen habe der Vermieter keine rechtliche Handhabe: Egal ob der Mieter einfach nicht mehr alleine wohnen will, sich die Wohnung nicht mehr allein leisten kann oder für ein paar Monate ins Ausland geht – der Vermieter muss die Untermiete akzeptieren.

In der Regel wird ein Zeitmietvertrag mit dem Untermieter abgeschlossen. Bei diesen befristeten Verträgen sei jedoch große Vorsicht geboten, warnt Marielle Eifler vom Mieterverein in Hamburg. Denn nur, wenn der Untervermieter im Vertrag einen Grund für die Befristung angebe, könne er nach der vereinbarten Zeit auch wieder in sein Zimmer oder seine Wohnung zurückkehren. „Wird kein gesetzlich anerkannter Grund im Vertrag genannt, gilt das Mietverhältnis auf unbestimmte Zeit abgeschlossen“, erläutert die Rechtsanwältin.

Zeitlich begrenzt untervermieten darf, wer die Wohnung nach Ablauf der Mietdauer selbst bewohnen will, sie seinen Eltern, Kindern oder Angestellten zur Verfügung stellen will oder plant, enorme Umbauten an der Wohnung vorzunehmen. Zeitmietverträge bergen aber noch eine weitere Tücke: Sie können weder vom Untermieter noch Untervermieter vorzeitig gekündigt werden. dpa

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