Immobilien : Zum Wegwerfen viel zu schade

Bei den klassischen blumigen Grüßen zu den Festtagen lohnt sich eine Weiterkultur

Tassilo Wengel

Als weihnachtlichen Gruß oder zum Jahreswechsel werden nicht selten Topfpflanzen verschenkt. Das reicht vom Weihnachtsstern über Alpenveilchen und Azaleen bis zum Glücksklee. Die Pracht der Blüten ist leider zeitlich begrenzt. Doch mit etwas Mühe lassen sich die Pflanzen weiter kultivieren und wieder zum Blühen bringen.

Ungebrochen ist die Beliebtheit der Alpenveilchen (Cyclamen persicum) als Winterblüher. Immer wieder kommen neue Züchtungen, auch mit zweifarbigen oder „gerüschten“ Blüten sowie Miniaturformen auf den Markt, die sich in ihren Ansprüchen nicht wesentlich unterscheiden. Leider werden diese recht dauerhaften Gesellen in den meisten Fällen zu „Wegwerfpflanzen“. Das ist schade, denn der Blütenreichtum dieser mehrjährigen Pflanze ist faszinierend.

Während der Blütezeit benötigen Alpenveilchen einen hellen, vor direkter Mittagssonne geschützten Platz und Temperaturen um 15 Grad Celsius. Probleme bereitet vor allem das maßvolle Gießen. Dabei ist es nicht entscheidend, ob das Wasser in den Untersetzer gegossen wird oder man von oben gießt. Alpenveilchen sind zwar empfindlich gegenüber Nässe, doch austrocknen darf das Substrat auch nicht.

Häufig wird eine strenge Ruhezeit empfohlen, in der die Pflanze für mehrere Wochen vollkommen trocken gehalten werden soll. Doch diese strenge Ruhezeit ist nicht zwingend notwendig. Besser bekommt es den Alpenveilchen, wenn der Ballen durchweg leicht feucht gehalten und wöchentlich eine Gabe Volldünger verabreicht wird. Auch der Aufenthalt während der Sommermonate an einem halbschattigen Platz im Freien wirkt sich günstig auf das Wachstum aus. Sobald die Temperaturen nachts unter zehn Grad Celsius fallen, stellt man das Alpenveilchen bis zur Knospenbildung in einen kühlen Raum und düngt regelmäßig weiter.

Auch beim Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima), dessen kleine gelben Blüten von leuchtend roten, weißen, lachsfarbenen oder rosafarbene Hochblättern – Brakteen genannt – umgeben sind, lohnt der Versuch, ihn in die nächste Saison zu „retten“. Als Standort benötigt er einen hellen Platz und zur Blütezeit Temperaturen zwischen 16 und 18 Grad Celsius. In dieser Zeit hält man das Substrat gleichmäßig feucht, vermeidet allerdings stauende Nässe.

Nach dem Abblühen lässt man ihn für sechs Wochen völlig trocken und warm stehen. Anschließend wird die alte Erde aus dem Wurzelballen geschüttelt, die Pflanze in eine humose, nährstoffreiche Erde umgetopft und zurückgeschnitten. Bei gleichmäßiger Bodenfeuchte und wöchentlichen Gaben eines Volldüngers bilden sich viele neue Triebe und eine schöne buschige Form. Ab Mitte Mai kann der Weihnachtsstern ins Freie gestellt werden. Nach einer allmählichen Eingewöhnungsphase hält er auch die pralle Sonne aus. Sobald die Temperaturen im Herbst unter 15 Grad Celsius zu sinken drohen, kommt die Pflanze wieder ins Zimmer. Mit den kürzer werdenden Tagen entwickeln sich die Blütenknospen und die Brakteen, also die Hochblätter, nehmen ihre typische leuchtende Farbe an.

Azaleen (Rhododendron-Simsii-Hybriden) gehören zu den schönsten im Winter blühenden Topfpflanzen. Bei ihnen lohnt sich eine Weiterkultur besonders, denn sie können sich bei guter Pflege über die Jahre zu wahren Prachtexemplaren entwickeln.

Pflanzen mit farbigen Knospen oder voll erblühte, erhalten einen hellen Platz mit Temperaturen um 18 Grad Celsius ohne direkte Sonne. Obwohl der Wasserbedarf zur Blütezeit sehr hoch ist, gilt es, stauende Nässe zu vermeiden. Denn zu nass gehaltene Pflanzen bekommen Wurzel- und Stammfäule. Empfindlich reagieren Azaleen auch auf einen zu hohen Salzgehalt im Substrat, weshalb man die wöchentliche Düngermenge halbiert. Empfehlenswert ist die Gabe eines Hydrokulturdüngers.

Ist die Blütenpracht vorbei, sollte die Pflanze einen möglichst kühlen Standort bekommen mit Temperaturen zwischen fünf und 15 Grad. Gute Pflegebedingungen haben Azaleen, wenn sie von Mitte Mai bis Anfang August einen halbschattigen Platz im Freien erhalten und für eine gleichmäßige Ballenfeuchtigkeit gesorgt wird. Nach dem Einräumen im September kommen sie wieder ins Haus an einen kühlen Platz. Sobald die Knospen Farbe zeigen, können sie ins Zimmer, dessen Raumtemperatur bei etwa 18 Grad Celsius liegen sollte.

Regelmäßig zum Jahreswechsel wird der Sauerklee (Oxalis) als Glücksbringer angeboten. Seine Ähnlichkeit mit dem vierblättrigen Kleeblatt führte zu der volkstümlichen Bezeichnung „Glücksklee“ und dem Brauch, solche Pflanzen in kleinen Töpfen zu verschenken. Eine ständige Zimmerkultur überlebt der Klee allerdings nicht.

Beim „Glücksklee“ handelt es sich um Oxalis tetraphylla, einer Pflanze aus Mexiko, deren Blätter aus vier Teilblättchen bestehen, die eine deutlich abgesetzte braune Zone auf hellgrünem Grund zeigen. Am besten steht der Klee an einem hellen Platz bei Temperaturen um 15 Grad Celsius, wird regelmäßig gegossen und erhält ab und an eine Gabe Volldünger. Ab Mitte Mai kann der „Glücksklee“ ins Freie gepflanzt werden. Hier bieten sich Balkonkästen, Pflanzschalen oder auch Staudenrabatten an. Wichtig ist ein sonniger Platz und gleichmäßige Bodenfeuchte. Von Juli bis September erscheinen die rosa- bis purpurfarbenen Blüten in einer Dolde über den Blättern – ein Grund mehr, die Pflanze sorgsam zu pflegen.

Da Oxalis nicht winterhart ist, nimmt man die Zwiebeln mit ihrer rübenartigen Wurzel im Herbst aus dem Boden und bewahrt sie kühl und trocken auf. Nach einer Ruhezeit von mindestens acht Wochen werden die Zwiebeln in kleine Töpfe mit humusreicher Erde gepflanzt und in einen kühlen Raum gestellt. Sobald sich die Blättchen zeigen, sollte die Zimmertemperatur bei 15 Grad Celsius liegen. Leichter geht es allerdings, wenn man die Zwiebeln bis zum Mai des kommenden Jahres lagert und dann gleich in den Balkonkasten oder Garten pflanzt. Wird er regelmäßig ausgepflanzt, kann man viel Freude an ihm haben. Allerdings erscheinen dann die Glück verheißenden Blätter im Sommer.

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