Wirtschaft : Immobilienfirma Vivacon baut auf Berlin

Große Wohnungsbestände und historische Krankenhausbauten saniert / Millionengewinn im letzten Jahr

Ralf Schönball

Berlin - Die Immobiliengesellschaft Vivacon hat einen Millionengewinn erzielt. Wie die Firma mit Sitz in Köln mitteilte, sei dank der höheren Profitabilität ein Nettogewinn in Höhe von 3,7 Millionen Euro erzielt worden. Trotz des guten Geschäftsergebnisses wurde die Aktie von Analysten der Hypovereinsbank zurückgestuft. Allerdings hatte sich der Wert des Papiers zwischen November 2003 und heute versechsfacht.

Das Geschäftsmodell der Vivacon ist in der Immobilienbranche einzigartig. Sie erwirbt Immobilien, teilt die Häuser in Eigentumswohnungen auf und verkauft diese an Mieter oder an Anleger, bleibt jedoch Eigentümerin der Grundstücke. Dadurch fließen Vivacon auf lange Sicht stabile Erträge aus den verpachteten Liegenschaften zu, die mit der Zahl der privatisierten Häuser sogar noch stetig zunehmen. Dieses Konzept sowie das ohnehin große Interesse ausländischer Investoren am deutschen Wohnungsmarkt hatten Vivacon im vergangenen Monat zum Durchbruch verholfen: einer Kooperation mit einem US-Pensionsfonds. Gemeinsam will man nun weiteres Grundeigentum im Wert von mindestens einer Milliarde Euro erwerben.

In Berlin hatte Vivacon bereits in den vergangenen Jahren stark investiert. Auch in Zukunft wird die Hauptstadt nach Angaben von Pressesprecher Lars Schriewer zu den Schwerpunkten der Geschäftstätigkeit zählen. Zu den Immobilien, die in jüngerer Zeit erworben und modernisiert wurden, zählen die „Villa Ottilie“ sowie die „Villa St. Gertraudt“. Dabei handelt es sich um historische Krankenhausbauten, teilweise aus dem Eigentum des Berliner Krankenhauskonzerns Vivantes.

Die Backsteinbauten wurden aufwändig saniert und umgenutzt: 109 Wohneinheiten entstanden in der Villa St. Gertraudt, 50 in der Villa Ottilie. Die Wohnungen sind größtenteils an private Anleger verkauft. Weitere 176 Wohnungen hatte die Aktiengesellschaft in Köpenick sowie 319 Objekte in Hellersdorf saniert und in den vergangenen Jahren an Anleger verkauft.

Dass die Aktie trotz der guten Nachrichten von der Hypovereinsbank von „kaufen“ auf „neutral“ zurückgestuft wurde, erklärt Analyst Peter-Thilo Hasler mit der guten Entwicklung des Wertes: „Mit knapp 19 Euro hat das Papier unser Kursziel erreicht.“ Vivacon ist im Kleinwertesegment „S-Dax“ gelistet, die Firma macht sich jedoch Hoffnungen auf eine Aufnahme in den „M-Dax“. Der Auftragsbestand lag Ende Juni mit 31,3 Millionen Euro deutlich über dem des Vorjahreszeitraumes. Der Umsatz ist jedoch auf 12,7 Millionen Euro stark gesunken (Vorjahr: 20,9).

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