Immobilienmarkt : Verdopplung des Leerstands im Osten befürchtet

Der demografische Wandel stellte den Immobilienmarkt im Osten vor neue Probleme. Die Ostbeauftragte der Bundesregierung Iris Gleicke sieht erheblichen Handlungsbedarf.

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Dem Verfall preisgegeben sind einige Häuser in in Demmin (Mecklenburg-Vorpommern).
Dem Verfall preisgegeben sind einige Häuser in in Demmin (Mecklenburg-Vorpommern).Foto: Stefan Sauer/dpa

Jeder will in die Stadt, kaum einer mehr in den ländlichen Osten. Die Ostbeauftragte der Bundesregierung Iris Gleicke (SPD) warnt deshalb vor einer Leerstandswelle auf dem Wohnungsmarkt in den strukturschwachen Regionen in den kommenden 15 Jahren. Eine von ihr in Auftrag gegebene Studie des Ifo-Instituts in Dresden zeigt, dass sich der Leerstand bis zum Jahr 2030 auf rund 1,2 Millionen Wohneinheiten verdoppeln wird.

„Die durch Deindustrialisierung und Massenarbeitslosigkeit ausgelöste Abwanderung in den 90er Jahren hat in Verbindung mit dem demografischen Wandel tiefe Spuren hinterlassen“, sagt Gleicke. Es gebe erheblichen Handlungsbedarf angesichts der Entwicklung des Leerstandes, des Mangels an altersgerechten Wohnungen und des hohen Altbaubestandes. Die Mittel für Städtebau- und Wohnraumförderung habe der Bund deshalb deutlich aufgestockt. Aufgrund des Trends zur Urbanisierung kämpft der Osten bereits heute mit der sinkenden Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt und entsprechend fallenden Immobilienpreisen.

Mit der Nachfrage sinken die Preise

Das Wohnen im Osten wird immer günstiger, während die Immobilienpreise in den Ballungszentren weiter steigen. Dieses Gefälle wird durch den demografischen Wandel in den kommenden Jahren zunehmen, wie eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsordnung (DIW) zeigt.

Demnach werden die Marktwerte für Eigentumswohnungen bis 2030 in einem Drittel der kreisfreien Städte und Landkreise um mindestens 25 Prozent sinken. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern werden knapp ein Viertel der Städte und Landkreise betroffen sein. Diese liegen dem DIW zufolge vor allem in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. In Ballungszentren hingegen werden die Preise voraussichtlich um mehr als ein Viertel steigen.

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