Wirtschaft : Immobilienverband fordert Soforthilfe für Wohnungsbau

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Der Bundesverband freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) hat die Bundesregierung aufgefordert, noch vor der Bundestagswahl Maßnahmen zur Stützung der angeschlagenen Bauwirtschaft zu unternehmen. "Besonders die Krise im Wohnungsbau erfordert sofortiges Handeln", sagte der Vorsitzende des Spitzenverbandes der Immobilienwirtschaft, Gerd Koppenhöfer, am Mittwoch in Berlin.

Die Zahl der Wohnungsbaugenehmigungen sei im vergangenen Jahr in den alten Bundesländern um 16,4 Prozent und in Ostdeutschland um 26 Prozent zurückgegangen. "Damit sind wir auf einem Niveau angelangt, das dem Bedarf an Wohnraum nicht mehr gerecht wird und der Baubranche an die Existenz geht", sagte Koppenhöfer. Gewerbebauten seien dagegen 2001 etwa so häufig genehmigt worden wie im Jahr zuvor.

Der BFW-Vorsitzende widersprach der These der Bundesregierung, der Einbruch der Baukonjunktur sei auf den Abbau von Überkapazitäten zurückzuführen. Statt dessen verursachten ungünstigere steuerliche Bedingungen und Überreglementierung die Krise. Angesichts der Bedeutung des Wohnungs- und Gewerbebausektors könne es sich aber keine Volkswirtschaft leisten, diese Schlüsselbranche mit einem Anteil am Bruttoinlandsprodukt von 28,1 Prozent und an der Erwerbstätigkeit von 8,7 Prozent links liegen zu lassen, sagte Koppenhöfer.

Er forderte besonders für Westdeutschland eine stärkere Förderung des Neubaus. Denn der Bestand der Wohnungen, die zu tragbaren Kosten zu renovieren seien, sei mittlerweile stark gesunken. In Ostdeutschland müsse der Schwerpunkt dagegen noch auf der Sanierung des alten Bestandes liegen. Um die Wohnungsbaukonjunktur in Schwung zu bringen, forderte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Günter Haber, Immobilien umfassend in die Förderung der privaten Altersvorsorge einzubeziehen. Die bisherigen Beschlüsse seien "ein sinnvoller erster Schritt". Darüber hinaus sei es wichtig, die Unternehmen von der derzeitigen Überregulierung zu entlasten.

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