Wirtschaft : In acht Monaten 36 Projekte abgeschlossen und 2450 Arbeitsplätze für Berlin verabredet

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Die Wirtschaftsförderung Berlin (WFB) blickt nach Aussage ihres Geschäftsführers Hans Estermann auf acht erfolgreiche Monate zurück. Die am Donnerstag vorgelegte Bilanz bis August: 36 abgeschlossene Projekte, 2450 verabredete Arbeitsplätze und eine Investitionssumme von insgesamt 372 Mill. DM.

Für das laufende Jahr sieht Estermann gute Chancen, 30 zusätzliche Ansiedlungen oder Neugründungen mit weiteren 1500 Arbeitsplätzen in die Stadt zu holen. Sollten sich alle noch ausstehenden Projekte realisieren lassen, wird die Jahresbilanz mit einer Investitionssumme von 572 Mill. DM abschließen. Wirtschaftssenator Wolfgang Branoner (CDU) schätzt, dass lediglich 15 Prozent der investierten Summe aus Förderprogrammen stammt.

Wichtig für eine Standortentscheidung zugunsten Berlins sei der Markt, der von Berlin aus zu erreichen sei, und weniger die öffentliche Finanzhilfe, sagte Branoner. Überhaupt werde es immer schwerer, Unternehmen zu überreden, ihre angestammten Plätze zu verlassen. Wer heute nach Berlin komme, erwarte stichhaltige Argumente. Auch Estermann berichtete, dass die Interessenten sehr gut präpariert seien. Sie kennen die Angebote der konkurrierenden Regionen genau und verlangten den Berliner Akquisiteuren ausgereifte Konzepte ab.

Als Beispiel für die Arbeit der Wirtschaftsförderer nennt Estermann vor allem die Call-Center-Branche. Hier seien in rund 56 Unternehmen inzwischen mehr als 6000 Menschen beschäftigt. Jüngste Neuansiedlungen sind die Firmen DeTeWe, Tele Scout, UPS und die Bank 24. Aber auch Unternehmen wie die ID-Media AG mit ihrem von Essingen nach Berlin verlegten Firmensitz, die britische Granada Media Group und die Wilms-Gruppe, die sich auf dem Gelände der Kabelwerke Oberspree angesiedelt hat, stehen mit auf der Liste.

Die im Januar begonnene Zusammenarbeit mit dem US-Unternehmen Southern Energy habe, so Branoner, besondere Früchte getragen. Der US-Energiekonzern verpflichtete sich im Zuge der Bewag-Privatisierung, die Wirtschaftsförderung der Stadt anzutreiben. Inzwischen hat es laut Branoner 50 Gespräche mit interessierten amerikanischen Firmen gegeben. Intensive Kontakte zu Unternehmen wie General Electric, Motorola, Wal Mart, Lockheed, Dell Computer und Coca-Cola seien der Zusammenarbeit mit Southern Energy zu verdanken, sagte Branoner. Mit Motorola gab es dabei den ersten Erfolg: Der US-Chiphersteller siedelt die Europazentrale seiner Bündelfunk-Aktivitäten in Berlin-Tegel an.

Man nutze jetzt die guten Erfahrungen, um auch auf anderen ausländischen Märkten entsprechende Partnerschaften aufzubauen. Für Großbritannien soll die Allianz mit der Eversheds Gruppe verbessert, für Frankreich das Netz des Konzerns Vivendi genutzt werden.

Aber auch die Höhe des Hausetats spielt bei den internationalen Auftritten der Berliner Wirtschaftsförderer eine wichtige Rolle. Die im vorigen Jahr zur Verfügung stehende Summe von 8,5 Mill. DM möchte Branoner in den kommenden drei Jahren auf zehn Mill. DM aufstocken. Gegenüber Ländern wie Nordrhein-Westfalen, die für eine einzige Präsentation sieben Mill. DM ausgäben, sei das immer noch sehr wenig, sagte Branoner.

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