Wirtschaft : In Amerikas Städten lebt es sich günstiger UBS-Studie: Kaufkraft hat sich weltweit erhöht

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Berlin Oslo, Kopenhagen, Tokio und Zürich zählen zu den teuersten Städten der Welt, wie der internationale Kaufkraft- und Lohnvergleich der Schweizer Bank UBS zeigt, der am Montag in Zürich vorgestellt wurde. Neu im Spitzenquartett ist Kopenhagen. Relativ günstiger als noch 2003 lässt es sich in US-Städten leben. Hauptursache für die Verschiebungen sind Wechselkurseffekte. Berlin liegt weiter im oberen Drittel.

Alle drei Jahre erhebt die UBS rund 35 000 Angaben zu Preisen und Löhnen in 71 Städten weltweit. Seit der letzten Erhebung im Frühjahr 2003 veränderten sich die Kräfteverhältnisse auf den Währungsmärkten grundlegend, erklärt Studienleiter Daniel Kalt. So legte der zunächst schwache Euro gegenüber dem US-Dollar deutlich zu. Grund genug für die UBS, ein Update der Zahlen vorzulegen. Eine grundlegende Neuerhebung ist erst wieder für 2006 geplant.

Die Kaufkraft von Arbeitnehmern hat sich in den meisten asiatischen, südamerikanischen und auch afrikanischen Städten erhöht. Um einen Big Mac, ein Kilo Reis oder Brot kaufen zu können, wird heute aufgrund von Reallohnsteigerungen im Durchschnitt ein bis zwei Minuten kürzer gearbeitet als noch 2003. Allerdings sind die Unterschiede nach wie vor groß. Für einen weltweit identischen Big Mac muss in Nairobi drei Stunden gearbeitet werden, in Berlin genügen 16 Minuten, in Chicago gar neun Minuten.

Die höchsten Bruttolöhne werden in Skandinavien und der Schweiz gezahlt. Die Stadt mit den höchsten Löhnen heißt aktuell Kopenhagen und nicht mehr Zürich. Gründe für den Wechsel sind die Stärke der dänischen Krone gegenüber dem Schweizer Franken sowie eine etwas höhere Inflationsrate in Dänemark. Zudem legte die dänische Wirtschaft seit 2003 mehr zu als die eidgenössische. Allerdings fallen die skandinavischen Städte wegen hoher Steuer- und Sozialabgaben im Nettovergleich zurück; hier führt weiter Zürich.

Berliner Arbeitnehmer verdienen brutto rund ein Drittel weniger als ihre Kollegen in der Schweiz, netto sind es sogar über 40 Prozent weniger. tak

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