Wirtschaft : In Berlin wächst das Interesse an Wagniskapital

IBB Beteiligungsgesellschaft bereits in elf Firmen engagiert BERLIN (olm).Die Bereitschaft kleiner und mittlerer Unternehmen in Berlin, trotz zu erwartender Einflüsse von außen Beteiligungspartnerschaften einzugehen, nimmt weiter zu.Mit bisher rund 100 Anfragen junger Hightech-Firmen allein im Bereich des sogenannten Zukunftsfonds kann auch die IBB Beteiligungsgesellschaft mbh nach nur sechs Monaten ihres Bestehens bereits eine positive Bilanz ziehen.Das Ergebnis: mit einem Investitionsvolumen von insgesamt 6,4 Mill.DM beteiligt sich die IBB bereits an elf Berliner Unternehmen.In einer ersten Einschätzung erklärte Geschäftsführer Marco Zeller dazu am Montag, daß die Zahlen eindeutig das bundesweit gestiegene Interesse an Finanzierungen auf dem Venture-capital-Markt widerspiegelten.Mit den 6,4 Mill.DM der IBB bekamen die elf Beteiligungsfirmen die Chance, durch weitere stille Beteiligungen und Förderinstrumente eine Investitionssumme von insgesamt 13,2 Mill.DM in Anspruch zu nehmen.Wie Roger Bendisch, ebenfalls Geschäftsführer der IBB, mit Blick auf 1998 sagte, habe sich das Institut zwölf weitere Beteiligungen zum Ziel gesetzt.Der Erfolg von Venture-Capital-Gesellschaften zeichnet sich nicht zuletzt durch die das eigene Engagement entlastetende Umwandlung der beteiligten Firmen in Aktiengesellschaften aus.Noch 1998 stehen zwei Firmen auf der Liste, die von der IBB auf ihrem Gang an die Börse begleitet werden.Um Risiken vorzubeugen, hat die IBB schon weit im Vorfeld von Wertberichtigungen bereits 20 Prozent des einzusetzenden Kapitals für mögliche Konkurse zurückgestellt.Bis zum Juni soll das Stammkapital wie geplant von derzeit fünf Mill.auf 20 Mill.DM erhöht werden.Da sich die IBB bei der Refinanzierung ihrer Beteiligungen einen großen Teil der Gelder aus den Töpfen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) holt, stehen für Beteiligungen in der Berliner Technologiebranche genügend Mittel zur Verfügung.Mit den Gesellschaften "Verysys", (Designautomation), "Groh, Prischmann & Schulz" (Innovative Baumaschinen) sowie "K & R" (Elektrokrankenrollstühle) präsentierte die IBB drei erfolgreiche junge Firmen, die ihre Produkte mit Hilfe des Beteiligungskapitals einführen oder bis zur Serienreife entwickeln konnten.Ohne die 2,8 Mill.DM von außen, so Verysys-Geschäftsführer Hans-Detlef Bösch, wäre der notwendige aber teure Einstieg seiner Software auf dem US-Markt nicht zu realisieren gewesen.In den USA sieht er für seine Branche auch von Berlin aus das erste Tor, das für einen Dauererfolg aufgestoßen werden muß."Kaufen die Amerikaner, kaufen mit einer Verzögerung von bis zu 24 Monaten auch deutsche und europäische Firmen seine Produkte", sagte Bösch.In umgekehrter Richtung funktioniere das leider noch nicht.

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