Wirtschaft : "In drei bis vier Tagen bekommen wir Probleme"

IM INTERVIEW - Rainer Welz, Vorsitzender des Verbandes der Spediteure in Berlin und Brandenburg

Als im vergangenen Jahr die französischen Fernfahrer den Verkehr für zwei Wochen lahmlegten, standen auch Spediteure aus Berlin und Brandenburg im Stau.Terminfracht konnte nicht rechtzeitig ausgeliefert werden, Umsatzausfälle waren die Folge.Bis heute ist juristisch ungeklärt, wer für den wirtschaftlichen Schaden aufkommen soll.Henrik Mortsiefer sprach anläßlich der aktuellen Trucker-Streiks mit Rainer Welz, Vorsitzender des Verbandes der Spediteure in Berlin und Brandenburg. TAGESSPIEGEL: Herr Welz, sind Spediteure aus der Region vom Streik betroffen? WELZ: Noch nicht.Die Blockaden wirken sich aber zeitversetzt aus.Dauern sie noch drei bis vier Tage, werden auch wir Probleme bekommen.Fahrer, die am vergangenen Freitag Fracht aufgenommen haben, werden dann an der Grenze hängenbleiben. TAGESSPIEGEL: Erwarten Sie Ausfälle wie im vergangenen Jahr? WELZ: Der Streik 1996 hat den deutschen Spediteuren insgesamt erhebliche Umsatzausfälle beschehrt.Ich vermag noch nicht einzuschätzen, ob wir diesmal mit vergleichbaren Einbrüchen rechnen müssen. TAGESSPIEGEL: Sind ähnliche Trucker-Proteste hierzulande denkbar? WELZ: Derzeit halte ich vergleichbare Aktionen nicht für denkbar.Die Tarifpartner setzen auf eine gute Zusammenarbeit.Das Sicherheitsdenken aller dreht sich um den Erhalt der Arbeitsplätze.Mittelfristig kann ich aber ähnliche Entwicklungen auch in Deutschland nicht ausschließen. TAGESSPIEGEL: Warum? WELZ: Die Absicht der Bundesregierung, die Preis-Richtlinien etwa im Stückgutbereich zu streichen und den Markt zu liberalisieren, werden in zwei bis drei Jahren zum Zusammenbruch der Preise führen.Gleichzeitig steigen für die Spediteure die Anforderungen an Sicherheit und Tempo.Das ist auf Dauer nicht tragbar.

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