Wirtschaft : In Köln ist die schlechte Auftragslage nicht mit Freischichten zu bewältigen

agr

Nach der Adam Opel AG, Rüsselsheim, macht sich nun auch bei der Ford-Werke AG, Köln, die sich abkühlende Automobilkonjunktur bemerkbar. Zum ersten Mal seit Jahren könne Ford die schlechte Auftragslage nicht mehr mit Freischichten bewältigen und habe Kurzarbeit beantragen müssen, bestätigte ein Ford-Sprecher. Dies sei aber eine reine Vorsorgemaßnahme. Personalabbau sei nicht geplant. Ford werde 1999 ein schlechteres Ergebnis als 1998 erzielen. Ob ein Verlust oder sogar "tiefrote Zahlen" drohen, wollte er aber nicht kommentieren. 1998 hat Ford bei einem Umsatz von 27,7 Milliarden Mark einen Gewinn von 146 Millionen Mark ausgewiesen.

"1999 ist für uns ein schwieriges Jahr gewesen", räumte dann auch Ford-Chef Rolf Zimmermann ein. Von Januar bis Oktober habe der Marktanteil von Ford nur noch 8,5 Prozent betragen, 1,3 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Mittelfristig peilt Zimmermann aber wieder einen zweistelligen Marktanteil an. Erreichen will Ford das mit einer Modelloffensive. Beispielsweise kommen 2000 die Nachfolger von Mondeo und Galaxy auf den Markt. Dennoch hat Ford jetzt erst einmal die "Notbremse" gezogen. Auf einer Betriebsversammlung wurde Kurzarbeit für 3000 von insgesamt 21 000 Mitarbeitern angekündigt. Beantragt wurde die Kurzarbeit für drei Tage in diesem und das gesamte nächste Jahr. Allerdings sind erst 23 Termine für das erste Halbjahr 2000 konkret ins Auge gefasst worden. Im Sommer soll geprüft werden, ob weitere Kurzarbeit nötig ist. Ursache ist die schleppende Nachfrage nach dem Fiesta. Von der Kurzarbeit ist nämlich nur die Fiesta- und Puma-Produktion betroffen, von denen 1100 täglich in Köln von den Bändern rollen. Die Tagesrate soll auf 950 verringert werden. Ford will mehrere Ziele mit der Kurzarbeit erreichen: Zum einen würden an 23 Tagen jeweils 1100 Autos weniger gebaut, was Herstellungs- und Personalkosten senke.

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